Recorded & Publishing

Brasilien nimmt Kampf gegen Piraten auf

Das brasilianische Kongresskomitee zur Untersuchung der Piraterie berichtet, dass selbst Politiker, Richter, Polizei und Beamte in das Milliardengeschäft involviert sind. Die Kommission empfiehlt daher einschneidende Maßnahmen.

In seinem Abschlussbericht kommt das brasilianische Kongresskomitee zur Untersuchung von Piraterie (CPI) zu dem Ergebnis, dass selbst Politiker, Richter, Polizei und Beamte in das Milliardengeschäft mit illegal hergestellten Tonträgern in dem südamerikanischen Land involviert sind. Die Kommission empfiehlt daher eine Zentralstelle zur Pirateriebekämpfung und hat bereits mindestens 100 Personen identifiziert, denen aufgrund von Urheberrechtsverletzungen der Prozess gemacht werden soll. Einer von ihnen ist Law Kin Chong, der mutmaßliche Kopf der brasilianischen Piratenszene, der bereits in Haft ist. Laut dem CPI-Report ist die Musikpiraterie in Brasilien fest in der Hand des organisierten Verbrechens, mit eindeutigen Verbindungen nach Taiwan. So seien besonders die Häfen in Paranagua und Santos in den organisierten Schmuggel involviert. Die von der CPI geforderte Behörde soll alle Informationen, Ermittlungen Geheimdienstaktivitäten in Zusammenhang mit der Pirateriebekämpfung bündeln. Zudem schlägt die CPI vor, dass die Mindeststrafe für die Verletzung von Urheberrechten bei zwei Jahren und zwei Monaten liegen soll. Der brasilianische Branchenverband APBD begrüßte den Kommissionsbericht und forderte die Regierung auf, die darin enthaltenen Vorschläge schnellstmöglich umzusetzen. Die Pirateriequote in Brasilien liegt über 53 Prozent. Der Schwarzmarkt setzt jährlich geschätzte 166 Mio. US-Dollar oder umgerechnet rund 137 Mio. Euro um.

Mehr zum Thema