Virgin-Gründer Sir Richard Branson hat die britischen Supermärkte angegriffen: Sie brächten das Musikgeschäft in Gefahr, indem sie CDs zum Schleuderpreis verkaufen. Branson ermuntert den Musikfachhandel und unabhängige Plattenläden zum Widerstand gegen SB-Händler wie Tesco und Asda, die bereits ein Viertel des gesamten britischen Tonträgermarkts halten und damit Verkäufe und Gewinne von Ketten wie HMV oder Bransons Virgin Megastores schröpfen.
„Es wird viel gesprochen über den Aufstieg der Supermärkte und die negative Wirkung, den dieser auf die Musikbranche hat. Somit ist es wichtig für den Musikfachhandel, zurückzuschlagen und das Musikgeschäft für sich zurückzugewinnen“, betonte Branson. Die Politik der Supermärkte, möglichst viele günstige Charts-Titel zu verkaufen, sei zudem eine Gefahr für die Förderung neuer Talente. Ein Sprecher von Virgin unterstützte diese Aussage: „Wenn die Supermärkte so weitermachen, gibt es am Ende nur noch Copy-Cat-Acts und ‚X-Factor‘-Formationen. Bands wie die Arctic Monkeys gäbe es nicht.“
Der Marktanteil der SB-Märkte am britischen Unterhaltungsgeschäft wird bis 2010 Schätzungen zufolge auf 28 Prozent anwachsen. Zugleich gibt es Anzeichen von Spannungen zwischen den Supermärkten und der Unterhaltungswirtschaft: So stritt Warner jüngst mit Tesco um die Preisgestaltung und schreckt auch vor einem zweitweiligen Lieferstopp nicht zurück.
Eine Tesco-Sprecherin sagte hingegen, dass die Märkte der SB-Schiene und Musikfachgeschäfte durchaus nebeneinander existieren können: „Wir entschuldigen uns nicht dafür, dass wir unseren Kunden ein breites Spektrum an Musik zu unschlagbaren Preisen anbieten. Wir bieten Tausende verschiedener Künstler an, von Blondie bis Beethoven, sowohl im Geschäft, als auch online. Home-Entertainment ist ein schnell wachsendes und dynamisches Geschäft, es gibt einen Markt sowohl für spezialisierte Shops, als auch für Supermärkte“, erklärte sie.





