Für David Brandes steht fest: Er ist das Opfer eines Trittbrettfahrers. Nach dem 24. März habe es keine von ihm veranlassten Aufkaufaktionen mehr gegeben, dennoch sei es nach einzelnen Aussagen auch nach diesem Tag noch zu Auffälligkeiten gekommen. Zwar hieß es auf der Pressekonferenz des Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft am 22. April in Berlin, dass die auffälligen Käufe um die Mittagszeit des 24. März abbrachen, „gegenüber meinem Anwalt versicherte man doch, dass genau jene Käufe, nämlich diese nach dem 24. März, die Sofortmaßnahmen so zwingend erforderlich gemacht hätten“, kritisiert Brandes in einem Medienstatement. „Ich denke, jedem neutralen Beobachter wird hier eines klar: sowohl der Phonoverband als auch Media Control sind einem Trittbrettfahrer auf den Leim gegangen. Ganz bewusst hat sich da draußen jemand die Situation zu Nutzen gemacht und unsere CDs in großen Mengen aufgekauft.“ Über mögliche Motive möchte Brandes nicht spekulieren, allerdings eigne sich sein unabhängiges Unternehmen wohl „hervorragend dazu, ein Exempel zu statuieren“.
Im so genannten Kreuzverhör mit der „Bild“-Zeitung legt der dort als „Schummel-Manager“ titulierte Brandes nach: Vor der Sat.1-Sendung vom 24. März hätte er tatsächlich CDs aufgekauft, „aber ich wäre ja schön blöd gewesen, wenn ich nach der Sendung noch weitergemacht hätte“. Brandes ergänzt: „Bestraft wurde ich, weil nach der Sendung weitere Käufe getätigt wurden. In großen Mengen, in riesigen Stückzahlen, richtige Hamsterkäufe, die einfach auffliegen mussten. Der Witz ist bloß: Das war nicht ich.“ Er frage sich „wem nützt das Ganze – und wo liegt das Motiv“. Das Ganze sei ein richtiger Kriminalfall. Er habe seinen Anwalt eingeschaltet.
Bereits in seiner letzten öffentlichen Stellungnahme hatte Brandes spekuliert, dass es „eine möglicherweise bezahlte und systematische Kampagne eines Wettbewerbers“ gegen ihn, die Produktionen seines Unternehmens Bros Music und vor allem gegen die von ihm betreuten Künstler gebe.






