Eines der einst beliebtesten P2P-Systeme bereitet derzeit seine Wiedergeburt unter legalen Vorzeichen vor. Für den Neustart von iMesh in Zusammenarbeit mit den Rechteinhabern sicherte sich das israelische Unternehmen hochkarätige Unterstützung. Wie erst jetzt bekannt wurde, arbeitet der inzwischen 70-jährige Branchenveteran Robert Summer bereits seit drei Monaten als Executive Chairman an der Spitze von iMesh und hilft von New York aus mit, aus dem P2P-Anbieter einen lizenzierten Digitalvertrieb zu machen.
Summer fungierte im Lauf seiner Karriere unter anderem als President von Sony Music International, als President von RCA Records und als Vorsitzender der RIAA. iMesh hatte sich als einziger P2P-Betreiber im Juli 2004 auf einen außergerichtlichen Vergleich mit der RIAA geeinigt und dafür eine Schadensersatzsumme von 4,1 Mio. Dollar an den US-Tonträgerverband bezahlt. Seither operiert iMesh – wenngleich technologisch weiterhin unverändert – quasi mit einer Sondererlaubnis der Entertainmentbranche. Die Israelis versprachen jedoch, eine legale Version ihrer Software zu etablieren.
Diese technologische Reform nähert sich nun ihrem Abschluss, iMesh will noch in diesem Jahr den Regelbetrieb aufnehmen. Dann sollen Nutzer das Beste aus zwei Welten bekommen: Einerseits wird es dann Individualdownloads und ein Subskriptionsmodell geben, für das der Dienstleister MusicNet die Daten liefert. Andererseits werden iMesher weiterhin über P2P-Netze wie Gnutella Inhalte tauschen können. Umsonst soll dann aber nur noch das Material sein, für das sich keine Urheber finden lassen.
Die restlichen – und dann natürlich kostenpflichtigen – Dateien identifiziert ein System von Audible Magic mittels akustischen Fingerabdrücken. In der Summe sollen iMesh-Nutzer somit Zugriff auf über 15 Mio. Dateien erhalten. Diese werden jedoch nur in Verbindung mit dem Windows Media Player 10 und dem dazugehörigen DRM-System Janus erhältlich sein.





