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Branchenkrise erfasst Frankreich

In den vergangenen Jahren dienten die Umsatzzahlen der französischen Musikbranche als viel zitiertes Gegenbeispiel zur Krise des Tonträgergeschäfts, jetzt hat der Abwärtstrend auch Frankreich eingeholt. Ohne die Zuwächse bei Musikvideos wäre das Minus gar noch drastischer ausgefallen.

In den vergangenen Jahren dienten die Umsatzzahlen der französischen Musikbranche als viel zitiertes Gegenbeispiel zur Krise des Tonträgergeschäfts, jetzt hat der Abwärtstrend auch Frankreich eingeholt: Der nationale Branchenverband SNEP musste am 25. April bei Bekanntgabe seiner Bilanz für das erste Quartal 2003 ein Minus in Höhe von 6,8 Prozent bei den Nettoumsätzen einräumen. Nach verkauften Exemplaren gab der Markt um 3,5 Prozent nach. Dabei federten hohe Zuwächse im Bereich der Musikvideos die Einbrüche im Tonträgergeschäft ein wenig ab: Die SNEP-Mitglieder steigerten ihre Umsätze mit Musikvideos vor allem Dank der DVD im Vergleich zum Vorjahresquartal um 91 Prozent; auf dieses Segment entfielen im ersten Quartal sechs Prozent aller Umsätze im Tonträgergeschäft. Während das Singles-Format um 4,2 Prozent nach Stückzahlen und um 5,3 Prozent nach Umsätzen zulegte, gaben die Verkäufe von CD-Alben um zehn Prozent nach Exemplaren und um 11,3 Prozent nach Umsätzen nach. Bei den hochauflösenden Formaten hat in Frankreich die SACD die Nase vorn: 77.000 verkauften SACDs standen im ersten Quartal 27.000 abgesetzte Audio-DVDs gegenüber. Während sich Frankreich mit dem Quartalsminus von 6,8 Prozent in den globalen Trend einreiht, würde sich der deutsche Gesamtmarkt über Verluste in dieser Größenorndung freuen: Nach Informationen von musikwoche.de dürfte das kumulierte Minus im ersten Quartal hier zu Lande etwa drei Mal so hoch ausgefallen sein wie in Frankreich.

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