Recorded & Publishing

Branche will babylonische Formatverwirrung beenden

Die Inkompatibilität der verschiedenen Downloadformate droht den Anfangserfolg des digitalen Musikvertriebs im Keim zu ersticken. Nun wollen IFPI und RIAA gemeinsam dafür sorgen, dass die Probleme gelöst werden, erklärt Jay Berman.

iTunes gegen Windows Media, Sonys Atrac3 gegen MP3 – die Inkompatibilität der verschiedenen Downloadformate droht den Anfangserfolg des digitalen Musikvertriebs im Keim zu ersticken. Nun wollen IFPI und RIAA gemeinsam dafür sorgen, dass die Verständigungsprobleme unter den Systemen gelöst werden. Laut Jay Berman, dem scheidenden Chairman der IFPI, arbeiten die Plattenfirmen derzeit mit Hochdruck daran, die Technologiefirmen zu einem einheitlichen Standard für Downloads zu überreden. Ein gemeinsames Digital Rights Management System, das alle Onlineshops und alle Wiedergabegeräte gleichsam verarbeiten können, habe für die Musikindustrie oberste Priorität.

Gegenüber dem „Guardian“ sagte Berman: „Wir beraten gerade darüber, wie wir diese Interoperabilität der verschiedenen DRMs erreichen können.“ IFPI und RIAA seien diesbezüglich seit zwei Wochen in Verhandlungen. Erst vor einer Woche wurde mit Coral ein Konsortium ins Leben gerufen, das den Krieg der Formate beenden will. Unklar ist noch, wie die jeweiligen Downloadanbieter auf die Wünsche der Industrie eingehen wollen. Der Marktführer in diesem jungen Geschäft, Apples iTunes Music Store, hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass allein der Verkauf der Songs kaum rentabel zu gestalten ist. Allein durch die Kombination mit dem iPod, der zusammen mit dem Store ein geschlossenes System bildet, sei für ein Unternehmen in diesem Segment Gewinn zu machen – zumindest bei Preisen von unter einem Euro/Dollar pro Titel.

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