Die letzte Popkomm. in Köln ist Geschichte, schon laufen die Planungen für die Messe in Berlin. Eines scheint bereits jetzt klar zu sein: So wie bisher will die Popkomm. im nächsten Jahr niemand mehr. „Die Popkomm. muss sich erneuern“, ist EMI-Chef Udo Lange überzeugt. So, wie sie zuletzt ablief, „bringt sie nichts“, sagte er der „Financial Times Deutschland“. Nach dem deutlichen Rückgang bei Ausstellern und Fachbesuchern wollen sich die großen Plattenfirmen nun auf einen neuen Messegedanken besinnen. „Die Industrie war früher ein erfolgsverwöhnter Vergnügungsdampfer, so war auch die Messe“, meint Universal-Boß Tim Renner. Ein „zentraler Fehler“ sei, dass der Messe ein Bezug zum Produkt fehlt, erklärt Sony Music-Chef Dr. Balthasar Schramm. Deshalb soll auf der Popkomm. künftig „reales Geschäft“ (Renner) stattfinden. Als Vorbild dient der Musikwirtschaft laut Schramm die Frankfurter Buchmesse. Dort würden immerhin Verträge verhandelt und gearbeitet. Dagegen verrät Udo Lange, dass er auf der Popkomm. noch keinen einzigen Künstler gesignt hat. Deshalb scheint für 2004 eine Terminverlegung der Messe wahrscheinlich: Weil die Firmen ihre VÖ-Schwerpunkte für das Herbstgeschäft in den Vordergrund stellen wollen, denkt man laut „FTD“ über eine Zusammenlegung der Popkomm. mit der Jugendmesse Y.O.U. nach. Vielen Brancheninsidern gilt indes mit Bread & Butter auch ein Branchentreff der Textilindustrie als nachahmenswert. Aus Sicht der Independent-Labels ist zwar der Umzug in die Hauptstadt nicht notwendig, aber eine Änderung des Konzepts: VUT-Präsident Peter James fordert von der Popkomm. eine Öffnung für den europäischen Markt. Für Majors sei der Kontakt ins Ausland kein Problem, kleinen und mittleren Unternehmen fehlten da bisweilen die nötigen Kontakte.
Mehr zum Thema (18.08.03) (13.08.03) (04.08.03)






