In der britischen Musikbranche wird erneut über die Zukunft der EMI Group spekuliert. Analysten rechnen damit, dass Warner Music bereits im Mai ein neues Übernahme-Angebot für den britischen Major auf den Tisch legen könnte.
Eine dritte Offerte von Warner stehe unmittelbar bevor, will die „Sunday Times“ erfahren haben. Möglicherweise könnte sich Warner-Chef Edgar Bronfman jr. diesmal über die Köpfe der EMI-Führung hinweg direkt an die Investoren wenden, spekuliert das Blatt, da Bronfman EMI-Boss Eric Nicoli als „kompromisslosen“ Blockierer betrachte.
Mit dem Schritt von Warner sei noch vor der geplanten Verbriefung der laufenden Einnahmen des Verlagsarmes EMI Music Publishing zu rechnen, da diese eine Fusion der beiden Majors zumindest schwieriger gestalten würde. Denn sollte Warner als Käufer von EMI zum Zug kommen, gilt ein Verkauf von EMI Music Publishing von kartellrechtlicher und finanzierungstechnischer Seite aus als sicher. Doch mit der Verbriefung der Kredite ist eine Trennung vom Verlag nur unter erschwerten Bedingungen möglich.
Auch private Investorengruppen wie Permira dürften ein wachsames Auge auf die Vorgänge zwischen New York und London werfen; zudem machten Gerüchte über einen möglichen Management Buyout die Runde. Es gehe nun ins Endspiel, meinte folglich ein Analyst in der „Sunday Times“: „EMI wird seine Unabhängigkeit verlieren, und sobald ein Angebot auf dem Tisch liegt, gibt es einige andere, die schnell folgen könnten.“






