Die bevorstehenden Lizenzverhandlungen zwischen Apple und den Majorlabels verleiten Beobachter zu allerlei Spekulationen. In den letzten Tagen war gerüchteweise wieder viel zu hören von einem Abomodell für iTunes, von variablen Preisen für Einzeldownloads, der Einführung neuartiger Bundles und einer Erhöhung der Lizenzgebühr, die die großen Plattenfirmen in den Gesprächen mit Apple erstreiten wollen. Doch Experten halten signifikante Durchbrüche für die Musikbranche für eher unwahrscheinlich.
Vor allem die Einigung zwischen EMI und Apple auf den Verkauf DRM-freier Downloads bei iTunes habe die anderen Labels in die Defensive gebracht, heißt es. Ein Majorvertreter, der in diesem Zusammenhang lieber ungenannt bleiben wollte, sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „EMI hat da ein Geschäft gemacht, das uns alle benachteiligt.“ Daher könnte es bei den Verhandlungen zwischen dem marktführenden Downloadhändler und den Rechteinhabern vermutlich eher um die Prioritäten von Apple gehen. Und die scheinen derzeit vor allem auf den Abschied von DRM-Schranken zu zielen.
Offiziell bekennen sich Universal Music, Sony BMG und Warner Music maximal zu DRM-freien Experimenten, unter der Hand gilt der Verzicht auf digitale Kopiersperren allerdings nur als eine Frage der Zeit. In der vergangenen Woche tauchte z.B. das handfeste Gerücht auf, Universal werde einen Teil seines Katalogs DRM-frei in einem Downloadshop anbieten, den angeblich Amazon im Mai eröffnen will.
Sollte Branchenprimus Universal dem Beispiel von EMI folgen, stünden Sony BMG und Warner unter noch größerem Zugzwang. Die Einzelgespräche mit den Majors beginnen angeblich noch in dieser Woche und werden sich voraussichtlich bis in den Sommer hinziehen.





