Sich auf menschliches Versagen herauszureden, hat CD Wow nicht geholfen. Der Londoner High Court verurteilte den Anbieter von Billig-CDs und -DVDs nun zu einer massiven Geldstrafe.
Bis zum 17. April muss CD Wow zunächst 150.000 Pfund oder umgerechnet 221.000 Euro an den britischen Tonträgerverband BPI – British Phonographic Industry überweisen. Drei Tage später müssen bei der BPI dann die Buchhaltungsunterlagen eingegangen sein, anhand derer die endgültige Strafsumme für CD Wow festgelegt werden soll.
Der Onlinehändler wurde von der BPI und der Urheberrechtsgesellschaft PPL verklagt, weil er immer wieder illegal Parallelimporte in den UK-Markt schleuste und damit die Preise von Mitbewerbern widerrechtlich unterbot. Die Kläger warfen dem Unternehmen vor, frühere Gerichtsbeschlüsse ignoriert und gegen bindende Auflagen verstoßen zu haben. Obwohl seit 2004 feststeht, dass CD Wow keine Original-CDs aus asiatischer Herstellung in Großbritannien zu Schleuderpreisen anbieten darf, habe man bei Testkäufen noch immer Ware aus Hongkong erhalten, so die BPI.
Der Händler hatte erklärt, bei den Beanstandungen müsse es sich um fehlerhafte Zustellungen und menschliches Versagen handeln. Dieses Argument wollte der zuständige Richter nicht gelten lassen und gab der Position der Klageseite unumwunden Recht. CD Wow habe nichts unternommen, um die Auflagen einzuhalten. Anfang Juli soll entschieden werden, wie viel Geld CD Wow tatsächlich als Strafe und Schadensersatz zahlen muss.
Beobachter mutmaßen, der Onlinehändler könnte für jede illegal nach Großbritannien eingeführte CD oder DVD mit bis zu vier Pfund belangt werden. CD Wow mit Hauptsitz in Hongkong hat rund fünf Millionen Kunden in Großbritannien und war im Jahr 2005 hinter Amazon und Play der drittgrößte Onlinehändler auf der Insel mit einem Marktanteil von 23 Prozent.





