Der britische Phonoverband BPI – British Phonographic Industry fordert von den Internet-Serviceprovidern Tiscali und Cable & Wireless die Abschaltung von 59 Onlinezugängen, deren Inhaber signifikante Mengen urheberrechtlich geschützter Songs über P2P-Netzwerke angeboten haben sollen.
Beweise gegen 17-Tiscali-Kunden und 42 Nutzer eines Cable-&-Wireless- Zugangs hätten BPI-Fahnder selbst in den P2P-Netzen gesammelt. Nun seien die ISPs gebeten worden, diese 59 Zugänge solange auf Eis zu legen, bis deren Inhaber eine Vereinbarung zum Stoppen ihrer P2P-Aktivitäten unterzeichneten.
Der Phonoverband sieht sein Schreiben an die ISPs als Weiterentwicklung der nun seit drei Jahren laufenden Bemühungen im Kampf der Musikwirtschaft gegen die Onlinepiraterie. Zwar wolle man an der bislang bekannten Form der Piraterieverfolgung festhalten, heißt es aus London, über die Zugangsanbieter sollen nun aber in kürzerer Zeit größere Mengen an Fällen angegangen werden können.
„Wir haben vor Gericht bewiesen, dass unautorisiertes Filesharing ungesetzlich ist“, mahnt BPI-Chairman Peter Jamieson. Es sei deshalb nicht zu akzeptieren, dass ISPs vor den Urheberrechtsverletzungen im Internet die Augen verschließen. Der Branchenverband habe Tiscali und Cable & Wireless mit eindeutigen Beweisen für solche Verstöße konfrontiert. „Nun sind sie an der Reihe, in ihrem Haus für Ordnung zu sorgen und diesen Leuten den Stecker zu ziehen.“
Bislang hatte sich der Verband auf individuelle Uploader konzentriert und rechtliche Schritte gegen 139 Personen eingeleitet. Laut BPI-Angaben haben sich 111 davon außergerichtlich zur Zahlung von Summen von bis zu 6500 Pfund – umgerechnet fast 9400 Euro – bereit erklärt, vier tatsächlich vor Gericht verhandelte Fälle seien zu Gunsten des Verbands ausgegangen.






