Der britische Phonoverband hat der Regierung vorgeschlagen, den Aufbau von Künstlern steuerlich zu begünstigen. Laut BPI-Chairman Peter Jamieson verwenden Musikunternehmen einen größeren Anteil ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung, als der Luftfahrt-, Automobil- und Verteidigungssektor zusammengerechnet. Trotzdem genössen Musikfirmen im Gegensatz zu diesen Wirtschaftszweigen keinerlei vergleichbare finanzielle Unterstützung.
Die Musikbranche gibt jedes Jahr rund 200 Millionen Pfund – 17 Prozent ihrer jährlichen Erlöse – für den Künstleraufbau aus und liegt Jamieson zufolge damit auf Augenhöhe mit dem Pharma-Sektor. „Die Zeit ist reif, zusammen mit der Regierung über Steuererleichterungen im A&R-Bereich, unserer Bezeichnung für Forschung und Entwicklung, zu reden“, erklärt Jamieson. „Ein solches Modell würde Anreize für mehr Investitionen in unserer Branche schaffen und die Entwicklung von geistigem Eigentum in Großbritannien auf dasselbe Fundament wie in anderen Wirtschaftssektoren stellen.“
Zudem fordert Jamieson die Gründung einer Creative Industries Strategy Group, um die Fördermaßnahmen für den britischen Kulturbereich zu koordinieren. „Die Regierung sollte sich auf die Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen konzentrieren und nicht auf einzelne Interventionen“, konstatiert Jamieson. Zur Untermauerung seiner Argumente betont Jamieson die wirtschaftliche Bedeutung des Musiksektors. Allein die Verkäufe von Musik hätten im vergangenen Jahr rund 300 Millionen Pfund an Mehrwertsteuer in die Staatskassen gespült.






