Die britische Musikbranche hat nach eigener Berechnung im letzten Jahr 165 Mio. Pfund (rund 244 Mio. Euro) an potenziellen Umsätzen an Produktfälscher verloren. Der Verkauf von Raubkopien in Großbritannien habe 2005 gut zehn Prozent des gesamten Albenabsatzes ausgemacht, so der Tonträgerverband BPI.
16,5 Mio. illegal hergestellte CDs seien im letzten Jahr verkauft worden, die Zahl der legal verkauften Alben betrug 159 Mio. Einheiten. Der durch die Schwarzbrenner verlorene Umsatz der Plattenfirmen sei mehr, als man mit dem Verkauf der 13 erfolgreichsten Alben des Jahrgangs 2005 eingenommen habe, erklärte die BPI. Die Zahl der schwarz verkauften Raubkopien hat der Verband mittels einer Umfrage ermittelt. Das unabhängige Institut Ipsos befragte dafür 2000 Briten über 15 zu ihrem Konsumverhalten.
Die BPI kennt auch bereits die Ursache für den Erfolg der illegalen Ware: Die Politik müsse nun endlich die „Lücken in der Strafverfolgung“ schließen und ihre bislang „unsystematischen“ Bemühungen im Kampf gegen die Piraten verstärken.
BPI-Chairman Peter Jamieson sagte, die britische Branche sei zwar im internationalen Vergleich unschlagbar gut aufgestellt, aber das Piraterieproblem werde von Jahr zu Jahr gravierender. Die Ermittlungsbehörden erledigten zwar „unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen einen hervorragenden Job, aber sie müssen dabei mit unzureichenden Mitteln arbeiten“.
Daher rufe die BPI die britische Regierung dazu auf, dem Schutz von geistigem Eigentum einen höheren Stellenwert bei der Polizeiarbeit beizumessen.
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