Der britische Branchenverband BPI steht seinem US-Pendant RIAA in nichts nach und erzielte nun mit den ersten 23 verklagten Filesharern außergerichtliche Einigungen. Im Durchschnitt zahlten die von der BPI ermittelten P2P-Sünder mehr als 2000 Pfund (über 2900 Euro) Strafe. Zwei besonders schwer wiegende Fälle wurden nach einer Zahlung von 4500 Pfund (über 6500 Euro) beigelegt. Unter den 23 überführten Filesharern – 17 Männer und sechs Frauen im Alter zwischen 22 und 58 Jahren – befanden sich u.a. ein Student, der Direktor einer IT-Firma und ein Kommunalratsmitglied.
Jede dieser Personen hat nach Erkenntnissen der BPI Hunderte bis Tausende Songs illegal zum Tausch im Internet zur Verfügung gestellt. „Die gezahlten Summen zeigen, dass wir die Einhaltung der Gesetze durchsetzen können“, sagte BPI-Chairman Peter Jamieson. Der Verband will seine Abschreckungsstrategie in den kommenden Monaten weiterführen, vor dem High Court beantragte die BPI bereits die Herausgabe von 31 weiteren Nutzeridentitäten von den Internet Service Providern. BPI-Chefsyndikus Geoff Taylor betonte in diesem Zusammenhang, dass man sich bei den Ermittlungen keineswegs nur auf die populärsten Tauschnetzwerke beschränke.
Aktuell stelle man P2P-Nutzern in den Systemen KaZaA, eDonkey, Grokster, Soulseek, DirectCOnnect, Limewire und iMesh nach. Filesharer sollten sich also nicht zu sicher fühlen, wenn sie ihre Aktivitäten auf vermeintlich weniger bekannte Netzwerke verlegen. Nach neuesten Erkenntnissen der BPI erreicht der Rechtsweg auch genau die erwünschte Wirkung: Im FastTrack-System, auf das sich u. a. KaZaA stützt, soll die Nutzerzahl zwischen April 2003 und Januar 2005 um 45 Prozent zurück gegangen sein. Bei eDonkey hat die BPI einen Rückgang um 61, bei BitTorrent um 66 Prozent festgestellt. Eine Quelle für diese Zahlen nannte die BPI indes nicht.





