Parallel zur sich andeutenden Lösung des Führungskonflikts bei Sony BMG scheint auch die Besetzung eines nicht minder wichtigen Postens geklärt zu sein. Tim Bowen soll laut einem Bericht der „New York Post“ als COO die Nachfolge von Michael Smellie beim Major antreten. Die Kündigung des Australiers gilt als einer der Gründe, warum es zwischen den Joint-Venture-Partnern Bertelsmann und Sony zu Differenzen über CEO Andrew Lack kam.
Nun, da es als gesichert gilt, dass Kapitän Lack das Ruder bei Sony BMG an den bisherigen Admiral Rolf Schmidt-Holtz übergeben wird, haben die Entscheider in Gütersloh und New York offenbar auch einen tragfähigen Kompromiss für den Posten des Ersten Offiziers gefunden. Bowen leitet derzeit als Chairman alle englischsprachigen Territorien außerhalb der USA und gilt besonders deshalb als geeignet für den Job, weil er sich in beiden Häusern auskennt. Zum Zeitpunkt der Fusion von BMG und Sony Music arbeitete er für den Bertelsmann-Musikarm, vor Jahren begann er jedoch seine Branchenkarriere bei Sony Music in Großbritannien.
Offizielle Bestätigungen für die Chefrochade und die Berufung von Bowen gab es von Sony BMG nicht, Insider rechnen jedoch mit einer Bekanntmachung in der nächsten Woche. Indes haben laut der „Post“ sowohl Andrew Lack als auch Rolf Schmidt-Holtz neue Verträge mit mehrjähriger Laufzeit unterschrieben. Wenn Schmidt-Holtz dann das Tagesgeschäft beim Major übernimmt, soll Lack lediglich für die Beziehungen zur Politik und für die von ihm gegründete Filmsparte bei Sony BMG zuständig sein.
Das Boulevardblatt bringt zudem eine hoch spekulative Option ins Spiel: Der Joint-Venture-Vertrag zwischen Sony und Bertelsmann beinhalte eine Klausel, wonach sich die beiden Partner auch wieder trennen können. Diese Regelung greife „in den nächsten paar Jahren“ und werde intern von führenden Köpfen als wahrscheinliches Szenario gehandelt.






