BMG hat sich mit sofortiger Wirkung von Antonio „L.A.“ Reid getrennt. Der President & CEO von Arista Records musste am 13. Januar auf Weisung von BMG-Chef Rolf Schmidt-Holtz gehen. Das Management bei der Repertoire-Division berichtet nun an COO Michael Smellie, das Tagesgeschäft übernimmt aller Voraussicht nach Larry Mestel, Executive Vice President & General Manager bei Arista. Einen offiziellen Grund für Reids Abschied gibt es nicht; Schmidt-Holtz dankte ihm für seine Arbeit und wünschte ihm alles Gute für die Zukunft. Reid, dessen Vertrag noch 17 Monate lang gelaufen wäre, äußerte sich nicht zu seiner Entlassung. Die Trennung kommt für viele Beobachter überraschend, hatte doch Arista in den vergangenen Monaten eine Erfolgserie vorzuweisen: Acts wie OutKast, Pink, Dido, Avril Lavigne oder Sarah McLachlan lagen in den Charts weit vorne und verkauften gut. Keine andere Firma hatte im Jahr 2003 mehr Grammy-Nominierungen als Arista. Insider behaupten jedoch, das Unternehmen habe seit zwei Jahren keinen Gewinn gemacht. Im letzten Jahr sollen es angeblich 110 Mio. Dollar Verlust gewesen sein. Wie es mit dem Label nun weitergeht, ist unklar. Denkbar ist auch, dass BMG in Vorbereitung auf die Fusion mit Sony Music bereits jetzt Abteilungen zusammenlegt.
Antonio Reid verdiente sich seine Lorbeeren im Business zunächst als Produzent und gründete 1989 zusammen mit Kenneth „Babyface“ Edmonds das Label LaFace. Die Firma brachte u.a. Usher, TLC und Toni Braxton hervor. Im Mai 2000 übernahm Reid die Leitung von Arista nach einer Managementkrise im Hause BMG, bei der Reids Vorgänger Clive Davis das Unternehmen im Unfrieden verließ. Davis gründete danach zusammen mit BMG das Joint-Venture-Label J Records. Nachdem BMG J Records vollständig übernommen hatte, fungierte Davis bei BMG wieder als Chairman der neugegründeten RCA Music Group. Diese könnte sich nun auch Arista einverleiben. Was nun aus Reid wird, ist derzeit auch noch nicht bekannt. Universal-Chef Doug Morris meinte bereits, er sei an einem Kreativtalent wie Reid „mehr als interessiert“. Und angeblich hat sich auch bereits der neue Eigner von Warner Music, Edgar Bronfman jr., mit Reid getroffen.
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