Recorded & Publishing

BMG setzt auf neue Preise und mehr Qualität

Maarten Steinkamp, President BMG International GSA gab auf einem Presselunch am 8. Juli einen optimistischen Zukunftsausblick. BMG Deutschland verzeichnet das beste Halbjahresergebnis seit fünf Jahren. Neue Preismodelle und die Bereinigung des Artistrosters sollen für weiteres Wachstum sorgen.

Maarten Steinkamp, President BMG GSA, gab auf einem Presselunch am 8. Juli einen optimistischen Zukunftsausblick. BMG Deutschland verzeichnet das beste Halbjahresergebnis seit fünf Jahren. Neue Preismodelle und die Bereinigung des Artistrosters sollen für weiteres Wachstum sorgen. Durch Charterfolge mit Acts wie Avril Lavigne und Usher, aber auch Yvonne Catterfeld und Andrea Berg konnte BMG seinen Umsatz im ersten Halbjahr um 18 Prozent und damit seinen Marktanteil von zehn auf zwölf Prozent steigern.

Die vieldiskutierte Reduzierung des nationalen Künstlerrepertoires sieht Steinkamp vor allem als Konzentration auf Qualität statt auf Quantität. Die Namen der betroffenen Acts wurden allerdings nicht genannt. Steinkamp erklärte, dass das Unternehmen tatsächlich durch nationale Acts viel Geld verloren habe. Gleichzeitig seien aber Künstler wie Yvonne Catterfeld und Andrea Berg maßgeblich am Erfolg von BMG beteiligt. Nun will BMG Masse abbauen und sich ganz auf die Qualität des Repertoires konzentrieren: „BMG muss ein globales Unternehmen werden, wir müssen uns auf internationale Superstars konzentrieren, weil wir damit unser Geld machen. Aber wir glauben auch an unsere nationalen Künstler. Und wir werden auch weiterhin in nationales Repertoire investieren.“

Das seit Frühjahr 2004 bestehende Drei-Säulen-Modell soll beibehalten werden. Jörg Hellwig, Senior VP Music Division, wird sich in München um Adult Contemporary sowie Schlager- und Volksmusik kümmern. André Selleneit, Managing Director BMG Berlin Musik, betreut von Berlin aus das deutsch/englische Pop-Segment und die TV-Plattformen. Wolfgang Funk, Managing Director Gun Records und Subword, zeichnet in Bochum verantworltlich für Rock, Pop Rock und Urban Music.

Im Fokus der neuen Strategie steht für Steinkamp auch eine neue Art der Kundenorientierung. „Wir wollen dem Kunden für den vom ihm gezahlten Preis eine exzellente Leistung anbieten“, so Steinkamp. Die neue dreistufige Preisstrategie soll dem Kunden eine Wahlmöglichkeit lassen: „Wir haben zu lange auf dem Hintern gesessen. Jetzt bewegen wir uns auf den Kunden zu. Ein VW kostet ja auch nicht das Gleiche wie ein Ferrari.“ Es gehe dabei weniger um eine klassische Preissenkung, sondern vor allem um Diversifikation. BMG will europaweit „innovative, auf den jeweiligen Markt zugeschnittene Preis- und Vertriebskanalkonzepte anbieten“. In Deutschland wird es eine Testphase mit noch nicht benannten Veröffentlichungen geben, die in einem Basic, einem Standard und einem Premium-Format mit entsprechend gestaffelten Preisen von 9,99 bis 17,99 Euro verkauft werden sollen.