Recorded & Publishing

BMG Ariola München zieht mit J Records erstes Resümee: In einem Jahr von 0 auf 100

Seit einem Jahr fungiert BMG Ariola München als Vermarktungshaus für J Records, das viel beachtete Label von Arista-Gründer Clive Davis. Die erste Zwischenbilanz kann sich durchaus sehen lassen.

Die Münchner BMG-Niederlassung konnte in diesem ersten Jahr 600.000 Alben und 900.000 Singles von J-Künstlern verkaufen. Ein „sensationeller Erfolg“, wie Stephen George, Produktmanager bei BMG, findet. Seine Chefin Susanne Schmidt – bei BMG Ariola München für die Vermarktung aller internationalen Labels zuständig – weiß deshalb die Veröffentlichungen von J auch aus wirtschaftlichen Gründen zu schätzen: Zwischen Mai 2001 und Juni 2002 erzielten Produkte von J einen Anteil von 34,2 Prozent an allen internationalen Veröffentlichungen bei Ariola München. „In allen anderen Ländern ist J bei RCA angesiedelt – nur nicht in Deutschland“, erklärt Schmidt. „Das liegt an den guten Erfahrungen, die Clive Davis in der Vergangenheit mit uns als Vermarktungspartner von Arista gemacht hat.“

Neben dem für J international sicher wichtigsten Thema der letzten Monate – Alicia Keys – konnte sich Ariola aber auch mit O-Town und Busta Rhymes im hiesigen Markt durchsetzen – beides Künstler, die nicht an der Spitze der Prioritätenliste standen, die sich aber aus Sicht von Schmidt, George und Frank Briegmann, stellvertretender Geschäftsführer von BMG Ariola München, bestens für den deutschen Markt eigneten. Und der Erfolg gab ihnen Recht: Denn heute sind die beiden Acts außerhalb der Staaten nirgendwo so erfolgreich wie in Deutschland.

Speziell die Boy-Band O-Town scheint es den Teenies angetan zu haben: Zum Zeitpunkt der Album-VÖ im letzten Sommer war o-townmusic.de mit rund einer Million Page Impressions im Monat die meistbesuchte BMG-Seite im Netz. Aus dem Forum dieser Site hatte Stephen George auch die Information über den Austausch von gebrannten O-Town-CDs unter den Fans: „Wir mussten sofort reagieren.“ George ergänzte das herkömmliche Album um eine CD-Extra-„Fan Edition“, die mit diversen Multimedia-Zusatzfeatures aufwartete. Ein Einsatz, der sich lohnte: Die CD kletterte danach von Platz 71 auf 14.

Inzwischen fragten auch die BMG-Kollegen aus den USA in München nach, wie man mit Marketingideen der wachsenden Produktpiraterie Herr werden kann. Für die kommenden Schwerpunkte von J sind deshalb europaweiter Kopierschutz und reichlich „Added Value“ vorgesehen. So will Susanne Schmidt sich absichern, dass die neuen Alben von Monica und O-Town Gold- und Platin-Status erlangen.