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BMG Ariola Classics startet Klassik-Serie im Budget-Bereich

Die 20 CDs in der neuen Serie „24 Bit/96 kHz Sound Dimension“ sollen den BMG-Klassikkatalog des Labels RCA Red Seal auch für Einsteiger zugänglich machen. Die erste Budget-Reihe seit 1994 will bei reduzierten Marketing-Ausgaben Einsteigern wie Sammlern eine umso höhere Qualität bieten.

Alle 20 CDs mit Angaben zu Komponisten, Interpreten und Bestellnummern finden Sie .

„Bei dieser Serie stimmt alles – herausragende Künstler, populäres Repertoire, grandioser Sound und das alles zu einem Preis, der selbst den Aufwand des CD-Brennens überflüssig macht“, schwärmt Hartmuth Siebert, Repertoire Manager bei BMG Ariola Classics, im Gespräch mit musikwoche.de. Die Serie „24 Bit/96 kHz Sound Dimension“, die seit Anfang Oktober als erste Budget-Serie auf dem Label RCA Red Seal seit 1994 in den Regalen steht, umfasst 20 CDs mit Epoche-machenden Einspielungen von Bach, Vivaldi, Beethoven, Brahms oder Schubert bis zu Chopin, Mahler, Ravel, Sibelius, Gershwin oder Holst, die BMG allesamt in der 24 Bit/96 kHz Technik nachbearbeitete – „in der Tat eine neue ‚Sound Dimension'“, meint Siebert.

„In einer Marktsituation, wie wir sie zur Zeit erleben, ist es wichtig, dem Käufer klassischer Musik etwas Besonderes zu bieten“, erklärt er. „Es ist eine vertane Chance, wenn ein Endverbraucher an dem von ihm erworbenen Produkt wenig Freude hat, weil er für die angelegten zehn bis zwölf Mark minderwertige Qualität erhält. Und dies gilt auch dann, wenn der Kunde eben nur zehn Mark und nicht 34,99 Mark bezahlt hat.“ Aus diesem Grund setzt BMG Ariola Classics auf Qualität und reduziert dafür die Ausgaben im Marketing-Bereich. „In den letzten Jahren gab es nicht nur in der Tonträgerindustrie den Trend, dass man immer mehr Marketing-Investments tätigen musste, während man weniger absetzte. Dafür wurden an der Produktqualität mitunter Abstriche gemacht. Das wollten wir vermeiden und haben kontinuierlich in die Qualität der Produkte investiert.“

Zu der abgespeckten Kampagne gehört ein Produkt-Flyer, der im Handel auf die CDs hinweist. Laut Siebert gibt es hier bereits ein „erfreuliches Feedback“, das sich in individuellen Aktionen in den Outlets zeige. Zudem finde der Konsument die „Sound Dimension“-Serie nicht nur im Klassik-Fachhandel, sondern auch in Verbrauchermärkten, wo sie eine „sehr breite Zielgruppe anspricht. Der Student, der seine ersten ‚Vier Jahreszeiten‘ kauft, ist uns als Käufer genauso recht wie der Klassik-Kenner oder der sprichwörtlich gestresste Manager, der Material für die neue Hifi-Anlage sucht.“

Wichtigstes Element der Serie bildet der überarbeitete Klang, wie Siebert erläutert: „Diese Technologie ist ein ganz entscheidender Faktor, um ‚Sound Dimension‘ für ein breites Publikum attraktiv zu machen. So ist es jetzt möglich, legendäre Einspielungen eines Arthur Rubinstein oder eines Vladimir Horowitz auf ganz neue Art zu entdecken. Dieses Abenteuer werden sich gerade auch die Sammler und Kenner nicht entgehen lassen. Wir haben bei der Auswahl immer eine möglichst optimale künstlerische Qualität im Auge gehabt. Insofern findet man hier Meilensteine und echte Schätze der Klassik.“

Zur besseren Einordnung in die verschiedenen Genres der klassischen Musik sorgt eine deutlich lesbare Stilbezeichnung auf jeder CD-Leiste. Hinter Etiketten wie Barock, Wiener Klassik, Romantik oder Musik des 20. Jahrhunderts stehen historische Einspielungen von Claudio Abbado, Sir Collin Davis oder Günter Wand.

Eine einfache Orientierung verspricht auch die Cover-Gestaltung, wie der Repertoire-Manager veranschaulicht: „Das Design spiegelt auf harmonische und authentische Weise entweder konkrete Bezüge zu der Musik und den Komponisten wider oder drückt die Stimmungen der Kompositionen aus. Insofern ist eine moderne und zeitgemäße, aber gleichzeitig auch klassikgerechte Gestaltung gelungen, die eben nicht versucht, mit ein paar trendy gestylten Modepüppchen im Szene-Outfit etwas vorzugaukeln, was weder der Zielgruppe noch der Musik entspricht.“

Auch der von Stefan Piendl, Geschäftsführer BMG Ariola Classics, jüngst angemahnten Fokussierung (musikwoche.de Heft 41) wird die Serie gerecht. Seit der „Classical Navigator“-Serie von 1994 gab es bei RCA keine neue Budget-Serie mehr – „fokussierter geht es eigentlich nicht“, so Siebert. Im nächsten Jahr erscheinen dann viermal je zehn neue Klassik-CDs in der „24 Bit/96 kHz Sound Dimension“-Reihe.