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Bitkom bilanziert Downloadgeschäft

Dank der wachsenden Zahl von Breitbandanschlüssen verkauften sich Musik- und Filmdownloads in Deutschland im ersten Halbjahr 2006 so gut wie nie zuvor, stellt der Bitkom fest. Dabei legen die Berliner etwas höhere Zahlen vor als die IFPI und nennen anders als der BVV auch Details zu Filmdownloads.

Dank der wachsenden Zahl von Breitbandanschlüssen verkauften sich Musik- und Filmdownloads in Deutschland im ersten Halbjahr 2006 so gut wie nie zuvor, stellt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) fest. Dabei legen die Berliner etwas höhere Zahlen vor als die Musikwirtschaft und nennen anders als die Videobranche auch Details zu Filmdownloads.

Im Musikbereich kletterte die von der Bitkom veranschlagte Zahl der Downloads auf 11,71 Mio. Tracks, die Umsätze in diesem Bereich lägen bei 21,2 Mio. Euro. Damit sei der Markt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Drittel gewachsen, heißt es. „Für die Musikindustrie ist der digitale Vertrieb damit endgültig zu einem der wichtigsten Standbeine geworden“, sagte Bitkom-Präsident Willi Berchtold. Die Durchschnittspreise pro Download seien von 1,89 Euro im ersten Halbjahr 2005 auf nunmehr 1,79 Euro gefallen, dabei zählt die Bitkom ein Album mit mehreren Songs als einen einzelnen Download.

Zum Vergleich: Der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft sprach Mitte August bei geschätzten 10,2 Mio. verkauften Einzeltracks und 700.000 verkauften Bundles von einem Wachstum von knapp über 36 Prozent. Umsatzzahlen nennt der Verband der Phonowirtschaft zum Halbjahr traditionell nicht.

Auch für das Filmgeschäft nennt Bitkom Zahlen: Mit 160.000 kommerziellen Downloads von Spielfilmen, Serien oder Dokumentationen pro Monat sei dieser Markt bis zum Sommer nach Verbandsschätzungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent gewachsen. Der BVV – Bundesverband Audiovisuelle Medien nennt bislang keine Details zum Downloadgeschäft.

Als wesentlicher Grund gilt „der anhaltende Boom von Breitbandanschlüssen bei sinkenden Verbindungspreisen“, heißt es bei der Bitkom. „Etwa 50 Prozent aller Nutzer haben bereits eine Flatrate“, sagt Berchtold. Bis zum Jahresende solle die Anzahl der Breitbandanschlüsse hierzulande auf etwa 14 Mio. wachsen.

Den PR-Vorstoß im Popkomm-Vorfeld verbindet der Herstellerverband zudem mit einem Appell an die Politik in Sachen Zweiter Korb: So erwartet Berchtold, „dass diesem jungen Markt keine Hindernisse in den Weg gestellt werden“ und empfiehlt in puncto Urheberrechtsreform „eine zügige Verabschiedung des Gesetzentwurfes in seiner jetzt vorliegenden Form“.

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