In einer weiteren Woche ohne sechsstellig verkaufende Alben sorgen wenigsten fünf Neueinsteiger für frischen Wind in den US-Top-Ten. Allen voran Christopher Wallace, besser bekannt als The Notorious B.I.G.: Der vor zehn Jahren ermordete Rapper schafft mit „Greatest Hits“ bereits seine zweite posthume Nummer eins und macht damit seinem ebenfalls ermordeten Widersacher Tupac auch ein Jahrzehnt nach der tödlichen Hip-Hop-Fehde Konkurrenz. Bad Boy/Warner Music konnte von der Hitsammlung, die auch zwei bislang unveröffentlichte Titel enthält, in der ersten Woche nach Erscheinen 99.000 Exemplare absetzen.
Damit bleibt für die kanadischen Kritikerlieblinge von Arcade Fire nur Platz zwei. „Neon Bible“ fand auf Anhieb 92.000 Abnehmer. 30 Prozent der Verkäufe erfolgten in Form von Downloads. Zum Vergleich: Für das Biggie-Album notierte Charts-Ermittler SoundScan nur einen Download-Anteil von fünf Prozent. Der Charts-Einstieg an zweiter Stelle ist für das kleine Indielabel Merge der größte Erfolg der Firmengeschichte. Das Debüt von Arcade Fire („Funeral“) schaffte es in den USA nur auf Rang 131.
Hinter den aktuellen Protagonisten in Sachen Kommerz und Kunst reiht sich „American Idol“-Mann Chris Daughtry mit weiteren 82.000 Verkäufen von „Daughtry“ auf Position drei ein. Vierter ist Akon mit 76.000 Einheiten von „Konvicted“, gefolgt von Country-Sänger Gary Allen und den 70.000 Kopien seiner „Greatest Hits“. Die christlich angehauchte Pop-Punk-Band Reliant K steigt mit 64.000 Exemplaren von „Five Score And Seven Years Ago“ auf Rang sechs ein – 5000 Verkäufe vor Norah Jones, deren „Not Too Late“ an die siebte Stelle abrutscht und dabei nur 1000 Einheiten vor Fall Out Boy und „Infinity On High“ bleibt.
Platz neun geht an Korn, die von „MTV Unplugged“ 51.000 Exemplare verkaufen konnten. Schlusslicht unter den Bestsellern ist Robin Thicke mit 47.000 Verkäufen von „The Evolution Of Robin Thicke“.
Auch wenn die Hälfte der Top Ten aus neuen Veröffentlichungen besteht: Am insgesamt äußerst schwachen Zustand der amerikanischen Tonträgerbranche ändert das nichts. 8,66 Millionen Alben wurden in den sieben Tagen bis zum 11. März verkauft. Das sind zwar zwei Prozent mehr als in der Woche davor, aber auch 19 Prozent weniger als in der Vergleichswoche des Jahres 2006. Mit 90,7 Millionen verkauften Alben seit Jahresbeginn fehlen der US-Branche momentan 16,4 Prozent des Geschäfts aus dem Vorjahr.






