Recorded & Publishing

Bertelsmann bestätigt Turtelei mit EMI

Seit Wochen kursieren Spekulationen, nun spricht erstmals ein Beteiligter aus, was Insider seit langem vermuten: Bertelsmann prüft derzeit die Verschmelzung seiner Musiktochter BMG mit der britischen EMI Group.

Seit Wochen kursieren Spekulationen, nun spricht erstmals ein Beteiligter aus, was Insider seit langem vermuten: Bertelsmann prüft derzeit die Verschmelzung seiner Musiktochter BMG mit der britischen EMI Group. Dem Wirtschaftssender Bloomberg TV sagte Bertelsmann-Finanzvorstand Siegfried Luther am Montag: „Bertelsmann denkt über die Zukunft des Musikgeschäfts nach.“ Neben EMI gebe es aber auch weitere Optionen: „Es gibt auch andere große Anbieter, und man braucht sich nicht auf einen einzelnen zu fokussieren“, sagte Luther am Rande einer Konferenz der Deutschen Bank in Frankfurt/Main. EMI kommentierte Luthers Bekenntnis bislang nicht. Allerdings stieg der Preis der EMI-Aktie von zuletzt 106 auf 111 Pence (10.15 Uhr). Der Gütersloher Finanzchef will mit der Ausgliederung von BMG die Schulden von Bertelsmann senken, die durch die Übernahme von Zomba entstanden war. Dennoch könne Bertelsmann auf eine Umsatzrendite von rund fünf Prozent im Jahr 2002 verweisen, so Luther. Bis 2005 soll die Rendite auf zehn Prozent steigen. Offenbar traut Bertelsmann seinem Musikgeschäft nicht zu, binnen dieser Frist zu diesem Rentabilitätsziel beizutragen – auch wenn BMG mit etwa 18 Prozent Umsatzanteil der drittwichtigste Geschäftszweig des Konzerns ist. Ungeachtet der Stellungnahme Luthers halten sich indes in den USA weiterhin Gerüchte, wonach AOL Time Warner ein Interesse habe, der EMI Group eine Kontrollmehrheit an Warner Music zu verkaufen.

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