Der Abwärtstrend der Musikwirtschaft wird sich in den nächsten beiden Jahren noch fortsetzen, prognostiziert Jay Berman, Chairman & CEO des weltweiten Branchenverbands IFPI. Angesichts der IFPI-Halbjahresbilanz, bei der ein Absatzminus von 10,9 Prozent zu verzeichnen war, sagte Berman vor Journalisten in London, dass es in den nächsten Jahren mit fünf bis sechs Prozent Minus weitergehen werde. Erst danach sei mit einer Belebung zu rechnen. Die Industrie befände sich am Ende eines „zyklischen Abschwungs, der vor drei Jahren begann und noch die nächsten ein oder zwei Jahre anhalten wird“. Dennoch gebe es bereits jetzt Keimzellen für den Aufschwung: Die DVD, ein besserer Rechtsschutz gegen Piraterie und legale Download-Plattformen würden den Weg aus der Krise ebnen, so Berman. Keine volle Zustimmung erhielt der IFPI-Vorsitzende von Merck Mercuriadis, dem CEO der Sanctuary Group. Er bestreitet, dass die Probleme der Musikbranche allein an der Piraterie liegen: „Wenn Menschen Musik lieben, dann laden sie sich natürlich Titel aus dem Netz, aber sie kaufen auch CDs, Merchandising und Konzertkarten.“ Ein Problem sei eher, dass viele Alben zu 90 Prozent aus Füllmaterial bestünden und Fans daher das eine Zehntel, das ihnen gefällt, aus dem Netz ziehen.
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