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Berman gibt sich zum Abschied realistisch-optimistisch

Ende des Jahres übergibt IFPI-Chairman Jay Berman den Vorsitz des Branchenverbands an seinen Nachfolger. Für die Zukunft der Musikindustrie prognostiziert er eine Erholung der geschrumpften Branche.

Ende des Jahres übergibt IFPI-Chairman Jay Berman den Vorsitz des Branchenverbands an seinen Nachfolger John Kennedy, den ehemaligen COO von Universal Music International. Für die Zukunft der Musikindustrie prognostiziert er eine Erholung der geschrumpften Branche. „Das Onlinegeschäft wird wachsen und zu einem bedeutenden Faktor werden,“ sagt Berman in einem Interview mit dem US-Magazin „Billboard“. „Andererseits sind wir eine Industrie, die global gesehen kleiner geworden ist. Ich glaube nicht, dass wir alles, was wir in den letzten Jahren verloren haben, wiedergewinnen werden“, erklärt der scheidende IFPI-Chef. Die Unternehmen hätten sich inzwischen den Umständen angepasst. Positive Impulse für das Musikgeschäft erhofft sich Berman u.a. vom iPod und verwandten Anwendungen.

Den harten Kurs, den er mit dem Branchenverband gegen die Internetpiraterie eingeschlagen hat, hält der 66-Jährige nach wie vor für richtig: „Der Schritt, vor Gericht zu gehen, war als Teil unserer umfassenden Kampagne absolut notwendig, um den Weg für legale Angebote zu ebnen.“ Als er vor sechs Jahren seinen Posten als erster hauptamtlicher IFPI-Chef antrat, habe er natürlich nicht geahnt, welche Umbrüche die Musikbranche während seiner Tätigkeit durchleben sollte. Die Task Force gegen Filesharing, die Informationskampagne und eine verbesserte Zusammenarbeit von IFPI und RIAA seien nun der richtige Weg, um die Gegebenheiten des digitalen Musikzeitalters erfolgreich zu meistern.

Berman will im Januar als freier Berater in seine US-amerikanische Heimat zurückkehren. „Ich hoffe, ich habe dann Zeit, um Klavierunterreicht zu nehmen, Tennis zu spielen, meine Enkel zur Schule zu bringen und natürlich der Branche nach wie vor als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen“, fasst Berman seine Pläne zusammen und ergänzt: „Ich bin noch viel zu jung, um auszusteigen. Was ich mache, wird sicherlich mit dem Musikgeschäft zu tun haben.“

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