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Berger sieht Sony BMG auf stabilem Kurs

Der Deutschlandchef von Sony BMG rechnet für 2006 mit einem Branchenminus. Sony BMG werde die Umsätze indes halten können und Marktanteile gewinnen, erklärte CEO Edgar Berger. Geringer als erwartet fallen dagegen die Umsätze mit DualDiscs und im Digitalgeschäft aus.

Der Chef von Sony BMG Germany rechnet auch für das laufende Jahr mit einem schrumpfenden Branchenumsatz. Sein Unternehmen werde die Umsätze bis Jahresende indes halten können und dadurch an Marktanteilen gewinnen, erklärte CEO Edgar Berger.

Während der Gesamtmarkt bis Ende 2006 „wohl noch einmal zurückgehen“ wird, wolle Sony BMG seine Einnahmen „von deutlich mehr als 300 Mio. Dollar mindestens stabil“ halten, erklärte Berger der „Süddeutschen Zeitung“. Es habe zwar zwischen März und Mai im deutschen Musikgeschäft erstmals seit längerer Zeit wieder eine Wachstumsphase gegeben, doch mit Beginn der Fußball-WM sei das zarte Pflänzchen wieder verkümmert. „Im Juni hatten die Menschen rund um die WM so viel Free-Entertainment, da kauften sie weniger CDs.“ Insgesamt habe der Tonträgermarkt damit ein Halbjahresminus von „schätzungsweise vier Prozent“ eingefahren.

Besonders die Geschäfte mit neuen Konfigurationen seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben: Die von Sony BMG forcierte Dual Disc „war nicht von Erfolg gekrönt“, räumte Berger ein. „Vielleicht, weil es keinen gemeinsamen Ansatz der Musikindustrie gab. Wir haben die Zahl der Veröffentlichungen reduziert.“

Zudem hinkt das Downloadgeschäft in Deutschland anderen Märkten hinterher, während der Digitalsektor immer wieder für Rekordmeldungen aus USA und UK sorgt. „In diesem Jahr macht das digitale Geschäft vermutlich rund vier Prozent vom Gesamtmarkt aus. Leider entwickelt sich dieses Geschäft bei uns nicht wie vorhergesagt. 30 Prozent Wachstum, statt, wie prognostiziert, 70 Prozent. Das ist enttäuschend.“

Dennoch arbeite Sony BMG weiterhin profitabel, sagte Berger. „Die Umsatzrendite ist im zweistelligen Prozentbereich, und wir planen, sie auch in diesem Jahr zu erhöhen.“

Die anhaltenden Gerüchte, wonach Bertelsmann seine Hälfte am gemeinsam mit Sony betriebenen Major peu à peu an die Japaner verkaufen will, kommentierte Berger indes nicht. „Die Diskussion dazu in den Zeitungen verfolge ich natürlich – auch die Dementis. Ich kann nur sagen, dass wir uns voll auf das Tagesgeschäft konzentrieren. Wir müssen so oder so Musik verkaufen.“

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