Trotz aller Beschwichtigungsversuche des EMI-Managements verdichten sich erneut die Gerüchte über eine anstehende Fusion des britischen Majors mit der Warner Music Group (WMG). Allein die Tatsache, dass EMI-Chairman Eric Nicoli zuletzt einen Merger mit Warner nicht kategorisch ausschloss, scheint für Börsianer und sonstige Spekulanten der Auftakt zu mehr: Die Londoner „Sunday Times“ berichtet von bevorstehenden Fusionsverhandlungen und stützt sich dabei auf Signale aus der Branche. Investmentbanker auf beiden Seiten des Atlantiks forderten den Zusammenschluss der beiden Firmen lautstark. „EMI und Warner sollten sich zweifellos zusammentun“, findet Paul Richards, Media Analyst bei Numis Securities. „Beide Unternehmen haben ihre Kosten schon ordentlich gesenkt. Wenn sie sich jetzt zusammenschlössen, würden dadurch weitere Synergien für traditionelle und digitale Vertriebskanäle entstehen.“
Doch selbst die Befürworter dieses Plans sind sich der damit verbundenen Probleme bewusst. Nicht nur der Einspruch der Kartellwächter in den USA und Europa könnte sich als Stolperstein erweisen. Auch die unterschiedlichen Unternehmenskulturen und ein vorprogrammierter Machtkampf zwischen WMG-CEO Edgar Bronfman und EMI-Chef Alain Lévy stehen einer harmonischen Hochzeit im Weg: „EMI hat zwar das stärkere Management, aber es ist höchst fraglich, ob Edgar Bronfman Alain Lévy als Chef eines kombinierten Unternehmens akzeptieren würde“, gab eine namenlose Branchenquelle gegenüber der „Times“ zu bedenken.





