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Auftrieb für Teilnehmer an Live 8

In den deutschen Charts halten sich Akon und Coldplay an der Spitze. Deutlichen Rückenwind verspüren diverse Protagonisten der Live-8-Konzerte. Und interne Bestmarken setzen so unterschiedliche Künstler wie DJ Tomekk und Semino Rossi.

In den MusikWoche Top 100 Singles erweist sich Akon mit „Lonely“ schon seit acht Wochen als unbezwingbar. Die Boygroup US 5 behauptet mit „Maria“ den zweiten Platz vor DJ Tomekk, der im Verbund mit Fler und G-Hot dem Songtitel „Jump, Jump (DJ Tomekk kommt)“ alle Ehre macht und als Top-Einsteiger aus dem Stand auf Rang drei hüpft. Coldplay halten sich mit „X & Y“ an der Spitze der MusikWoche Top 100 Longplay, in denen Banaroo mit „Banaroo’s World“ von vier auf zwei klettern und damit die bisherige Top-Position ihrer Hit-Single „Dubi Dam Dam“ egalisieren. Auf Rang drei bleibt Shakira mit „Fijación Oral Vol. 1„.

Den höchsten Neueinstieg schafft HipHop-Queen Missy Elliott mit „The Cookbook“ auf Rang 19. In den MusikWoche Top 30 Compilations zeigen die „Bravo Hits 49“ nun auch schon seit vier Wochen der Konkurrenz die Rücklichter. Der Kinderformat-Renner „Smash! Vol. 29“ verbessert sich von drei auf zwei und setzt sich damit vor „The Dome Vol. 34„.

Für DJ Tomekk bedeutet der dritte Platz bei den Singles mit „Jump, Jump (DJ Tomekk kommt“) die bislang höchste Notierung seiner Karriere in den deutschen Charts. Deutschlands bekanntester HipHop-DJ übertrifft damit seinen Hit „Ganxtaville Pt. III“ feat. Kurupt, Tatwaffe & G-Style, der 2003 auf Rang fünf vorstieß. Jeweils sechste Plätze errang der Berliner DJ und Produzent 1999 mit „1,2,3, … Rhymes Galore (Remix)“ sowie 2002 mit dem Titel „Kimnotyze„, einer Kooperation mit Lil‘ Kim & Trooper Da Don. Auch im Longplay-Segment wartete DJ Tomekk schon mit einem Top-Ten-Erfolg auf: 2001 kam sein Album „Return Of HipHop“ auf Rang zehn.

Coldplay thronen nicht nur mit ihrem aktuellen Album „X & Y“ weiter ganz oben auf dem Charts-Podium – nach ihrem Auftritt bei Live 8 in London verbessert sich auch das vorige Album der Band um Sänger Chris Martin, „A Rush Of Blood To The Head„, deutlich mit einem Sprung von Rang 57 auf 38. Der Longplayer war 2002 eine Nummer eins in Deutschland und kommt hier mittlerweile auf eine Gesamtverweildauer von 87 Wochen in den Top 100. Auffällig ist, dass neben Coldplay auch zahlreiche andere Acts von ihrem Engagement bei den Live-8-Konzerten profitieren.

Dazu gehören Wir sind Helden, die mit ihren beiden Alben wieder auf dem aufsteigenden Ast sind. „Von hier an blind“ klettert von acht auf vier, während „Die Reklamation„, das Debüt des Quartetts um Judith Holofernes, von 70 auf 58 nach vorn kommt. Wie die Helden beim Berliner Live-8-Spektakel dabei waren weitere Formationen, die nun höher in den Longplay-Charts notiert sind: Juli mit „Es ist Juli“ (von 16 auf 12), Green Day mit „American Idiot“ (von 31 auf 20), Silbermond mit „Verschwende deine Zeit“ (von 62 auf 30) und Audioslave mit „Out Of Exile“ (von 54 auf 46).

Platzgewinne nach ihren Auftritten im Londoner Hyde Park beim dortigen Konzertmarathon für Afrika verbuchen Mariah Carey mit „The Emancipation Of Mimi“ (von 53 auf 31), U2 mit „How To Dismantle An Atomic Bomb“ (von 50 auf 42) sowie Robbie Williams mit „Greatest Hits“ mit einer Steigerung von 66 auf 45. Auch Joss Stone stand in London auf der Live-8-Bühne und schafft nun den Wiedereinstieg ihres Albums „Mind, Body & Soul“ auf Rang 93 der MusikWoche Top 100. Als Neueinsteiger erscheint in den MusikWoche Top 100 Longplay passenderweise die DVD „Live Aid – 20 Years Ago Today„, ein Exzerpt der im letzten Jahr erschienenen Vierer-DVD-Box zu Bob Geldofs erstem Hilfskonzert-Spektakel.

Der Aufwärtstrend von Semino Rossi, dem Schlager-Kometen aus dem Hause Koch Universal, setzt sich fort. Sein aktueller Liederreigen, „Tausend Rosen für dich„, macht drei Plätze gut, womit der sanfte Sänger aus Argentinien auf Platz sieben eine eigene Rekordmarke setzt. Mit „Alles aus Liebe (Special Edition)“ hat Rossi noch ein zweites Albumeisen im Charts-Feuer, das auf Rang 59 ebenfalls so hoch wie nie geführt ist.

1998 avancierte der Song „Die Eine“ von der Kölner HipHop-Formation Die Firma zum Radio-Hit, und er gehört laut ihrem Label Seven Days Music „bis heute zu den meist gespielten Hörerwünschen“. Nun hat die Gruppe mit „Die Eine 2005“ eine Fortsetzung des Titels auf den Markt gebracht. Damit will sich Die Firma „bei allen Stationen für die Unterstützung bedanken“, die vor sieben Jahren einen Titel zum Hit machten, der damals gar nicht als Single erschien. „Die Eine 2005“ entert indes prompt die MusikWoche Top 100 Singles auf Rang 94.

In den UK-Charts triumphiert James Blunt mit dem Album „Back To Bedlam“ als Spitzenreiter und der Single „You’re Beautiful“ auf Rang drei. Auch in Deutschland setzt Warner verstärkt auf das Singer/Songwriter-Talent und schickt sein Album im August als Wiederveröffentlichung ins Rennen.Frank Medwedeff