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Aufschwung im Tonträgergeschäft bleibt aus

Die deutsche Musikwirtschaft schloss das Jahr 2005 trotz Erfolgen mit heimischen Produktionen mit einem erneuten Minus ab. Während es im Digitalmarkt weiterhin bergauf geht und sich die Umsätze mit Musik-DVDs halten konnten, ging es im Tonträgergeschäft weiter abwärts.

Die deutsche Musikwirtschaft schloss das Jahr 2005 trotz großer Erfolge mit heimischen Produktionen mit einem erneuten Minus ab. Während es im Digitalmarkt weiterhin bergauf geht und sich die Umsätze mit Musik-DVDs fast auf dem Niveau des Vorjahrs halten konnten, ging es im Tonträgergeschäft weiter abwärts.

„Leider war auch das Jahr 2005 noch kein Jahr der Trendwende für den deutschen Phonomarkt“, sagte Michael Haentjes als Vorsitzender des Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft bei der Präsentation der Jahresbilanz am 21. März im dbb-Forum an der Berliner Friedrichstraße. Die Mitglieder der Phonoverbände verzeichneten bei Umsätzen von 1,5 Mrd. Euro ein Minus von 4,6 Prozent zum Vorjahr, als sie noch 1,572 Mrd. Euro erwirtschafteten. Real, also unter Berücksichtigung der Inflationsrate, sanken die Umsätze gar um 6,6 Prozent.

„Im Vergleich zu dem durch die Verbandsstatistik abgedeckten Marktanteil, der 86 Prozent beträgt, sieht die Situation bei Einbeziehung der nicht an der Statistik beteiligten Firmen etwas besser aus“, hieß es aus Berlin. Der Gesamtmarkt inklusive der nicht im Phonoverband organisierten Firmen sank nur um 0,4 Prozent von 1,753 Mrd. Euro im Jahr 2004 auf 1,746 Mrd. Euro im Jahr 2005.

Der digitale Vertriebsweg habe sich mit zusammen 35 Mio. heruntergeladenen Songs im Jahr 2005 endgültig etabliert. Die Verbandsmitglieder steigerten die Verkaufszahlen digitaler Einzeltracks von 6,4 Mio. Stück im Vorjahr auf 16,4 Mio. Songs im Jahr 2005; die Zahl der verkauften Bundles wuchs von 300.000 auf 1,3 Mio.

Zumindest nach Charts-Anteilen schrieben heimische Produktionen im Jahr 2005 eine Erfolgsgeschichte: Bei den Singles kletterte der Charts-Anteil nationaler Produktionen auf 51,4 Prozent – allerdings in einem weiter schrumpfenden Marktsegment. Bei den Alben lag der Charts-Anteil von Produktionen aus Deutschland bei 35,3 Prozent.

Weitere Details zur Marktentwicklung im Jahr 2005 finden Sie in unserem Themenfeature.

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