Nach BMG und Universal macht sich jetzt auch Warner Music daran, sein Abrechnungssystem für Künstlertantiemen zu vereinfachen. Zwar sollen die Beteiligungen der Künstler nicht erhöht werden, das Abrechnungsverfahren soll aber deutlich transparenter werden und auf obsolet gewordene Abgaben verzichten. So soll etwa der „New Media“-Beitrag verschwinden, der noch aus der Zeit stammt, als die CD die Vinly-LP ablöste und mit dem die Künstler die Einführung des neuen Formats mitfinanzieren mussten. Künstlerverträge sollen künftig deutlich kürzer ausfallen, während die Firma ihren Interpreten fortan mehr Einblick in alle Vorgänge und Dokumente aller Schritte ihrer CD-Produktionen gewähren will. Warner kündigte an, bei der neuen Tantiemen-Transparenz noch weiter gehen zu wollen als BMG und Universal – die ihre großen Pläne bisher nur zögerlich umsetzen. Ganz freiweillig kommen die neuen Bemühungen um Einfachheit indes freilich nicht: Im letzten Jahr hatten sich zahlreiche bekannte Musiker, darunter Don Henley, die Dixie Chicks oder Sam Moore, an den Gesetzgeber gewandt, um auf die unbefriedigenden Zustände bei der Tantiemen-Abrechnung hinzuweisen. Mit dem Erfolg, dass mittlerweile eine Kommission unter der Leitung des kalifornischen Senators Kevin Murray eine Adresse an die Musikindustrie vorbereitet, in der auf fragwürdige Abrechnungspraktiken hingewiesen werden soll – was einem Verweis für die Branche gleichkommt. Murray rief die Unternehmen zu einem freiweilligen Umdenken auf, andernfalls müssten gesetzliche Regelungen eingeführt werden, um die Benachteiligung der Künstler zu beenden.
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