„2004 wird für Arthaus ein entscheidendes Jahr, in dem wir viele neue Pläne realisieren wollen“, berichtet Erwin Stürzer, Director of Programmes & Marketing, im Gespräch mit musikwoche. Dazu gehört die Anfang des Jahres erfolgte Ausgliederung des Kinowelt-Labels Art- haus, das nun als eigenständige GmbH firmiert. „Die Positionierung des Labels hat sich jedoch nicht geändert. Die Ausgliederung trägt vielmehr der Situation Rechnung, dass wir mit unserer Zuordnung auf das Tonträgergeschäft immer schon ein Exotikum im Hause Kinowelt waren“, erläutert Stürzer. Zudem sei Kinowelt eher national, während Arthaus von Anfang an international ausgerichtet gewesen sei.
Ein weiterer Vorteil der Ausgliederung liege in der Möglichkeit, nun auch Kooperationspartner ins Boot zu holen. Zeitgleich erfolgte die Aufstockung des Arthaus-Teams auf drei festangestellte Mitarbeiter, mit dem Stürzel die nach eigenen Angaben erreichte Position des Marktführers bei Klassik-DVDs ausbauen will. Zwar ist der Marktanteil von Arthaus, der mit inzwischen rund 200 lizenzierten Titeln einst bei 80 Prozent lag, gesunken, aber das liege auch am „Verdrängungsmarkt“, den Stürzel auf der jüngsten Midem beobachtet hat. „Das DVD-Geschäft im Klassikbereich ist nach wie vor ein Nischengeschäft, aber die Zuwächse allein in diesem Segment lagen im vergangenen Jahr bei bis zu 40 Prozent. Und gegenüber dem schwierig gewordenen CD-Markt bringt die DVD Marge, weswegen viele Mitbewerber in den Markt stoßen.“
Als Reaktion will Arthaus den Backkatalog stärker auswerten und Neuheiten mit intensiverem Marketing bewerben. Ebenfalls neu ist eine Midprice-Reihe, mit der „Arthaus neue Zielgruppen erschließen will“. Schließlich gehört ein eigener Produktionsarm zu den Änderungen bei Arthaus. „Dadurch können wir erstmals Titel für den eigenen Katalog produzieren, was wiederum erweiterte Verwertungsmöglichkeiten vor allem im TV-Bereich mit sich bringt.“






