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ARIA strebt Schuldspruch gegen „größten Internetpiraten“ an

In Australien steht seit Anfang der Woche ein Mann vor Gericht, den die Musikbranche beschuldigt, mit Abstand der größte Onlinepirat des Landes zu sein. Dem Betreiber der inzwischen geschlossenen Website mp3s4free.net droht eine Schadensersatzzahlung von bis zu 290 Mio. Euro.

In Australien steht seit Anfang der Woche ein Mann vor Gericht, den die Musikbranche beschuldigt, mit Abstand der größte Onlinepirat des Landes zu sein. Dem Betreiber der seit Oktober 2003 geschlossenen Website mp3s4free.net droht eine Schadensersatzzahlung von bis zu 500 Mio. australischen Dollar (290 Mio. Euro). Stephen Cooper soll auf seiner Site einen illegalen Downloaddienst etabliert haben, der allein im Zeitraum zwischen November 2002 und Oktober 2003 über sieben Mio. Unique Visitors angezogen hat, so die Anklage. Die Music Industry Piracy Investigations des australischen Branchenverbands ARIA fand zudem heraus, dass im selben Zeitraum über die Site rund zwei Terabyte an Musikdaten bewegt und 136 Mio. Soundfiles angefragt wurden.

Cooper indes bestreitet, selbst urheberrechtlich geschütztes Material zur Verfügung gestellt zu haben. Vielmehr sei seine Website lediglich eine Linkliste zu verschiedensten Downloadsites im Netz gewesen. Das Aufführen von Verweisen zu andere Internetadressen sei im Prinzip nichts anderes als das, was Suchmaschinen wie Yahoo! und Google leisten, so die Argumentation der Verteidigung. Dem widerspricht die Musikbranche, die im Laufe der Verhandlung belegen will, dass User direkt von der mp3s4free.net-Homepage downloaden konnten.