Die ARD hat den Bundestagsbeschluss für mehr Vielfalt im Radio und eine freiwillige Selbstverpflichtung der Sender kritisiert. Als ARD-Vorsitzender klagte NDR-Intendant Prof. Jobst Plog, die Politik habe ihre Kompetenzen überschritten: „Der Bundestag ist auf einem Feld tätig geworden, das nicht in seine Zuständigkeit fällt: Rundfunk ist Sache der Länder“, stellte Plog klar. Der Bundestagsbeschluss lasse zudem „die engen und guten Gesprächskontakte über deutsche Musik im Radio außer Acht, die auf vielen Ebenen entstanden sind“, ergänzt der NDR-Intendant. Die Rundfunksender stünden bereits in regem Austausch mit Interpreten, Musikindustrie und den Ländern: „Alle Seiten bewegen sich seit langem aufeinander zu. Der Bundestagsbeschluss fällt hinter diese Gespräche eher zurück, als dass er sie befördert.“
Plog lehnte eine Musikquote als Eingriff in die Programmautonomie der Rundfunksender ab: „Die derzeit große Popularität deutschsprachiger Musik zeigt jedoch, dass sich kein Sender qualitativ hochwertigen Produktionen aus Deutschland verschließt. Im Gegenteil: Bei der Förderung junger Musiker aus Deutschland stehen die öffentlich-rechtlichen Programme seit langem in der ersten Reihe. Gute Musik setzt sich durch – ganz besonders, wenn sie aus Deutschland kommt“, postulierte Plog.






