Sofort fühlt man sich an die Kampagne eines großes Handelshauses erinnert, das seine Produkte immer total „kaufregend“ findet. Die angesprochenen Konsumenten empfinden das offensichtlich anders. Sie sparen lieber oder finden das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht angemessen. Die Folgen sind bekannt: Die Umsätze sinken, und einige Händler suchen ihr Heil in einer konsequenten Rabattierungsstrategie. Auf der Strecke bleiben dabei immer die „Kleinen“. Mittelständler können diesem Preisdruck nicht lange Stand halten. Zumal die Handelsabgabepreise der Plattenfirmen nicht wirklich sinken.
Was bleibt? Einen interessanten Versuch zur Konsumbelebung unternehmen manche Labels derzeit mit so genannten Two-Track-Singles. Was vor über 40 Jahren gut war, muss heute längst nicht überholt sein. Schließlich waren auf der alten 7″ mit A- und B-Seite auch nur zwei Songs. Alben als Sammlung von Hitsingles kamen erst später dazu. Dumm nur, dass auf CD-Alben auch mal 13 oder 16 Tracks passen, die von einem Hit weit entfernt sind. Noch dümmer, dass man mittels CD-Brenner und Internet genau die Songs beliebig vervielfältigen kann, die einem gefallen. Da wirken die Two-Track-Pläne nachvollziehbar: Ein Hit, ein weiterer Song, Verkaufspreis 2,99 Euro – klingt nach einem fairen Angebot.
Vielleicht sollte man noch weiter gehen: Statt eines Albums mit 74 Minuten Inhalt und einem Ladenpreis von 16 bis 18 Euro wären doch auch Tonträger mit nur sechs oder sieben Titeln und einer simplen Verpackung zu einem Preis von acht Euro eine Option. Neben dieser „Hit-Schiene“ dürften natürlich auch die Premiumkunden nicht vernachlässigt werden: Etwa mit einer DVD in hochwertiger Verpackung und idealerweise gleich mit drei Kopien – damit Brennen nicht lohnt.
Christian Höferle [mailto:[email protected]@@@[email protected]] Redaktionsleiter






