In einer ersten Stellungnahme zum Abstimmungsergebnis der französischen Nationalversammlung über das neue Urheberrecht hat sich Apple erwartungsgemäß gegen bestimmte Formulierungen des Gesetzestexts ausgesprochen. Der verordnete Interoperabilitätszwang von DRM-Systemen werde zu staatlich geförderter Piraterie führen, erklärte Sprecherin Natalie Kerris.
Die erste Parlamentskammer Frankreichs hatte am 21. März im Rahmen der Urheberrechtsreform u.a. einen Passus verabschiedet, der Hersteller von DRMs dazu zwingen soll, proprietäre Programmcodes offen zu legen. Damit soll eine Monopolbildung im digitalen Mediengeschäft verhindert und Kunden in die Lage versetzt werden, legal erworbene Musik auf allen verfügbaren Plattformen zu verwenden. Dies ist derzeit nicht möglich, da die unterschiedlichen DRM-Konzepte von Firmen wie Apple, Sony oder Microsoft untereinander inkompatibel sind.
Obwohl sich Apple gegen die neue Gesetzgebung stellt, geht der Computerhersteller von minimalen Folgen für das eigene Geschäft aus: „Die Verkäufe von iPods werden nun wahrscheinlich sogar noch zunehmen“, sagte Kerris. „Schließlich können sich die Nutzer dann ja ungehindert Musik auf ihre iPods laden, die dann zwar ‚interoperabel‘ ist, aber nicht vernünftig geschützt werden kann.“ Das Gleiche gelte im Übrigen auch für Filme. Zu den Zukunftsplänen des französischen iTunes Music Store äußerte die Sprecherin sich nicht.
Beobachter spekulierten zuletzt über einen möglichen Marktrückzug von Apples Downloadshop aus Frankreich. Strittig ist jedoch, ob ein Rückzug von iTunes aus einem einzigen EU-Markt nicht gegen Wettbewerbsregeln im Binnenmarkt verstößt. Zudem ist noch nicht endgültig geklärt, ob Apple und andere Downloadhändler mit proprietären DRM-Systemen überhaupt gegen das neue Gesetz verstoßen würden. Immerhin lassen sich alle geschützten Dateien auf CD brennen und können von dort aus erneut in allen beliebigen Formaten gerippt werden.





