Apple beendet sein Schweigen und heizt die Diskussion um die Marktführerschaft im deutschen Downloadgeschäft erneut an. „Wir freuen uns, dass der iTunes Music Store in Deutschland im Jahr 2005 über 15,5 Mio. Songs verkauft hat“, sagte Apple-Sprecher Georg Albrecht gegenüber der „dpa“. Auf Nachfrage von MusikWoche hält sich Albrecht allerdings bedeckt und will keinen expliziten Anspruch auf die Marktführerschaft erheben. Das Unternehmen habe die Zahlen nun bekannt gegeben, „um zu kommunizieren, wie die Lage wirklich ist“. Die Wertung überlasse man anderen. Die „dpa“ bilanziert in ihrer Meldung „Apple überholt T-Online auf dem Online-Musikmarkt“.
In der vergangenen Woche sah sich Musicload im nationalen Downloadgeschäft vorne. „Die Verkaufszahlen in Deutschland belegen unseren Anspruch auf Marktführerschaft“, erklärte Susanne Peter, Director Marketing & Sales bei Musicload. Offiziell war von „über 15 Mio. Songs“ zu hören, von denen nur 1,5 Prozent Free-Downloads gewesen seien. Wie Apple-Sprecher Albrecht betonte, seien bei den iTunes-Zahlen keine „Free-Songs“ enthalten.
Das Duell zwischen Apple und Musicload bringt auch die vom Branchenverband IFPI vorgelegten Zahlen für den deutschen Digitalmarkt wieder in die Diskussion. Vielen Branchenexperten schien der im „Digital Music Report“ von der IFPI genannte Wert von 21 Mio. Songs für den deutschen Markt bei weitem zu niedrig. Das bestätigt jetzt auch Johann-Friedrich Brockdorff, Wirtschaftsreferent der deutschen IFPI-Landesgruppe, auf Anfrage von MusikWoche. Die Zahl sei lediglich eine Schätzung für online verkaufte Single-Titel. Alben und Bundles seien dabei nicht berücksichtigt worden. Präzisere Verkaufszahlen, die auf der Grundlage der Verkäufe der IFPI-Mitgliedsfirmen ermittelt werden und die Verkäufe von Alben und Bundles einschließen, kündigt die IFPI jedoch für ihre Pressekonferenz am 21. März an.





