Die Besonderheiten bei der Eröffnung des japanischen iTunes Music Store lassen bei Beobachtern neue Spekulationen keimen. Weil Apple in Japan erstmals einem zweigleisigen Preisschema zugestimmt hat, könnten demnächst auch in den anderen 19 iTunes-Shops neue Kalkulationsmodelle greifen. Die Tatsache, dass mit den Majors Sony Music, Warner Music und Victor Entertainment führende Rechteinhaber bislang Lizenzen für den Onlineverkauf à la Apple verweigert haben, gilt ebenso als argumentativer Hebel für die Lizenzgeber in den anderen Märkten wie der Umstand, dass es die kooperationswilligen japanischen Labels geschafft haben, Apple zu zwei verschiedenen Preisen zu überreden.
Japanische und amerikanische Medien berichten zudem von Apples so genanntem 2006-Problem, das ab dem nächsten Jahr die gewohnten Strukturen im Downloadgeschäft durcheinanderbringen könnte. Ab dem nächsten Jahr stehen für den Computerhersteller demnach Verhandlungen über die Erneuerung der Verkaufslizenzen mit den Rechteinhabern an. Dabei werde es nach Ansicht von Insidern nicht nur um das starre 99-Cent-Konzept von Apple gehen, sondern auch um eine mögliche Öffnung des Digital-Rights-Management-Systems FairPlay. Sowohl das Ein-Song-ein-Preis-Dogma von Apple als auch das hermetisch geschlossene System aus iTunes und iPod ist in der Musikindustrie seit geraumer Zeit ein Ärgernis.





