Recorded & Publishing

Apple gegen Apple geht in die nächste Runde

Der Rechtsstreit zwischen dem Computer-Hersteller Apple und der Beatles-Plattenfirma Apple wird seit dem 25. Februar vor dem Londoner High Court ausgetragen. Es geht um die Markenrechte im Musikgeschäft.

Der Rechtsstreit zwischen dem kalifornischen Computer-Hersteller Apple und der britischen Beatles-Plattenfirma Apple Corps. wird seit dem 25. Februar vor dem Londoner High Court ausgetragen. Es geht um die Markenrechte im Musikgeschäft. Bereits seit den 70er Jahren gab es immer wieder Ärger zwischen den beiden Unternehmen mit dem gleichen Namen. Die Beatles und ihre Erben stören sich daran, dass der Computer-Hersteller mit iPod und iTunes Music Store ins Musikgeschäft eingestiegen ist. Das Wort „Apple“ und das Apfel-Logo dürften nicht mit diesen Aktivitäten der Kalifornier in Verbindung gebracht werden. Als großer Fan des Beatles-Labels nannte Steve Jobs 1976 seine Computer-Firma Apple. Im Gegenzug musste er zusagen, selbst die Finger vom Musikgeschäft zu lassen und sein Apple-Trademark nur in Verbindung mit Computer-Produkten zu verwenden. Zuletzt gab es 1991 diesbezüglich eine Vereinbarung zwischen den beiden Firmen. Diese Regelung sehen die Beatles-Anwälte nun verletzt. Zum Auftakt der Verhandlung argumentierte Lord Grabiner, Anwalt von Apple Computer, das 91er-Agreement habe Apple die exklusiven Namensrechte in Verbindung mit Datenübertragungsdiensten zugesichert. Diese Klausel sei demnach auch explizit auf Daten wie Musik anwendbar. Beobachter erwarten nun ein langes juristisches Hick-Hack. Bereits 1991 stritten beide Firmen 100 Tage lang vor Großbritanniens obersten Gericht. Ob es auch diesmal dazu kommt, ist fraglich: Der Computer-Hersteller will den Prozess ins kalifornische San Jose verlegen lassen. Ungeachtet dessen hat sich der britische Richter, Justice Edward Mann, bereits um seine mögliche Befangheit gesorgt: Beim Start der Anhörungen gab er zu, privat einen iPod zu besitzen.

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