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Apple findet Podcasts gut und Video-iPods nicht

Apple setzt bei seiner Software iTunes auf das Podcasting-Phänomen. Version 4.9 soll in zwei Monaten marktreif sein und dann als Wegweiser durch den wachsenden Dschungel aus Audiobeiträgen im Web dienen. Von einem Video-iPod will das Unternehmen allerdings weiter nichts wissen.

Apple setzt bei der kommenden Generation seiner Musiksoftware iTunes auf das Podcasting-Phänomen. Version 4.9 soll in zwei Monaten marktreif sein und dann als Wegweiser durch den wachsenden Dschungel aus selbst gemachten Audiobeiträgen von Tausenden Hobbyfunkern und Halbprofis dienen. Das verriet CEO Steve Jobs am 22. Mai im Rahmen des Kongresses „D: All Things Digital“, das unter der Federführung des „Wall Street Journal“ in Kalifornien stattfand. Jobs zeigte den Anwesenden erste Elemente von iTunes 4.9 und erklärte, die Software werde über eine Real Simple Syndication (RSS) Funktion automatisch alle neuen Podcasts aus den vorher festgelegten Quellen herunterladen und bei der Verbindung mit einem iPod automatisch auf den Player übertragen.

Bislang sei der Bezug von Podcasts über Programme wie iPodder noch recht mühselig, findet der Apple-Chef, der seinen Kunden bei Einführung von iTunes 4.9 auch eine redaktionelle Hilfestellung bieten will: „Wir werden die Beiträge, die es verdienen und richtig gut sind, hervorheben.“ Damit soll iTunes-Nutzern die Auswahl der Beiträge aus der ständig wachsenden Vielzahl von Podcast-Anbietern erleichtert werden.

Von einem iPod für Videos oder gar einem Downloadverkauf von Videodateien über den iTunes Store will Jobs indes weiterhin nichts wissen. „Kopfhörer sind etwas Wunderbares. Doch leider gibt es noch keine Kopfhörer für Videos“, so der Apple-Chef, der Gerüchte über ein bevorstehendes Engagement seiner Firma in diesem Bereich erneut dementierte. Zur verzögerten Markteinführung des angekündigten iTunes-Handy äußerte sich Jobs indes nur ausweichend: Apple sei in Verhandlungen mit anderen großen Unternehmen nicht sonderlich geschickt, das gelte auch für die führenden Mobilfunkanbieter.

In den vergangenen Wochen wurden immer wieder Bedenken der Provider laut, die es nur ungern sähen, wenn ihre Kunden mit einem iTunes-Handy abseits der eigenen Downloadangebote Umsätze generieren würden. Jobs hingegen hält die bestehenden Angebote für Fulltrack-Downloads über die Musikportale der Provider für ein „jämmerliches Einkaufserlebnis“. Vor allem die Preise von bis zu drei Dollar pro Song seien für Kunden im Vergleich zu den iTunes-Preisen schwer nachzuvollziehen. „Mir fällt es wirklich schwer, mir vorzustellen, dass Handy-Kunden so dumm wären.“

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