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AOL macht Winamp ausbruchssicher

AOL hat ein Plug-in von seinen Downloadseiten entfernt, mit Hilfe dessen sich der Mediaplayer Winamp in ein Aufnahmegerät für kopiergeschützte Musikdateien verwandeln ließ. Der so genannte Output Stacker hatte irrtümlich für Verwirrung gesorgt: Es hieß, damit sei Napsters Kopierschutz zu knacken. Doch weit gefehlt.

AOL hat ein Software-Plug-in von seinen Downloadseiten entfernt, mit Hilfe dessen sich der Mediaplayer Winamp in ein Aufnahmegerät für kopiergeschützte Microsoft-Musikdateien verwandeln ließ. Dank des so genannten Output Stacker konnten Abonnenten digitaler Musikdienste wie Napster To Go, Virgin Digital oder eben auch AOL ihre mittels DRM vor digitaler Vervielfältigung geschützten Musikdateien beim Abspielen gleichzeitig neu aufzeichnen und als kopierschutzfreie Dateien im Format WAV oder MP3 abspeichern.

In der vergangenen Woche sorgte diese nicht so neue Erkenntnis – denn Plug-ins dieser Art existieren schon länger – für Aufregung bei einigen Rechteinhabern. AOL reagierte umgehend: Man habe die Applikation entfernt und Programmierer arbeiteten bereits an einer neuen Version von Winamp, bei der diese Funktion deaktiviert ist.

Bei Napster versteht man die Aufregung ohnehin nicht: Winamp und Output Stacker hätten keineswegs den Kopierschutz von Napster und Microsoft außer Gefecht gesetzt, erklärte Technologiechef William Pence. Vielmehr sei diese Methode vergleichbar mit einem Radiomitschnitt. „Damit lässt sich doch unsere Datenverschlüsselung nicht knacken. Vielmehr ist das ein sehr zeitaufwendiges Unterfangen. Um zehn Stunden Musik zu konvertieren, muss man zehn Stunden lang aufzeichnen.“ Bei diesem „Analogleck“ gingen zudem die Metadaten der Titel verloren.

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