Die illegale Vervielfältigung von Musik, Filmen, Videos, DVDs und Games nimmt immer gefährlichere Dimensionen an. Abwehrmaßnahmen greifen nur bedingt, so lange es an tatkräftiger politischer und rechtlicher Rückendeckung mangelt. Langfristig bedroht das digitale Freibeutertum weite Bereiche der Entertainmentbranche in ihrer Existenz: Der deutsche Musikmarkt schrumpfte im Jahr 2002 um 11,3 Prozent, seit 1997 um gut ein Drittel – CD-Brennerei und illegales Downloaden aus dem Internet nahmen dafür rasant zu. Auf den deutschen Schulhöfen floriert der schnelle Handel mit gebrannter Software, neben Musik sind vor allem PC- und Videospiele betroffen. Auch Downloads von Spielfilmen nehmen überhand; der deutsche Videoverleihhandel meldet fürs erste Quartal 2003 Umsatzeinbrüche von bis zu 30 Prozent, immer mehr Filme sind lange vor ihrem Kinostart auf CDs verfügbar.
Die illegale Aneignung digitaler Inhalte geht einher mit einem erschreckenden Mangel an Unrechtsbewusstsein. Deshalb fordern die Branchenverbände der Entertainmentindustrie – Musik, Games, Film und Video – ein Umdenken in Politik und Gesellschaft. Vertreter aus allen Entertainmentbereichen treffen sich am 4. April zum ersten Mal zu einem öffentlichen Hearing, um ihre Forderungen an Politik und Gesellschaft zu formulieren. Dargestellt werden gemeinsame Ziele und spezifische Strategien, um der Bedrohung durch die wachsende Piraterie konzertiert zu begegnen. Rechtliche, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Maßnahmen werden mit Sachverständigen, Medienvertretern und Entscheidern aus Politik und Wirtschaft diskutiert.
Das sind die teilnehmenden Verbände
Bundesverband der Phonografischen Wirtschaft BVV – Bundesverband Audiovisuelle Medien IVD – Interessenverband des Video- und Medianfachhandels in Deutschland VdF – Verband der Filmverleiher VUD – Verband der Unterhaltungssoftware Deutschlands GVU – Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen
Dem Hearing voran geht ein Seminar, in dem Experten über alle wichtigen Aspekte des Piraterieproblems berichten. Den Einführungsvortrag hält Staatsminister Erwin Huber, Leiter der bayerischen Staatskanzlei, zum Thema „Politik und Entertainmentmärkte“.
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