Recorded & Publishing

Analysten sehen düster für Musikbranche

Der Downloadboom verflacht und bei den Marktforschern macht sich zunehmend nüchterne Realität breit: Nach Pali Research prognostizieren nun auch Merrill Lynch und Enders Analysis eine wenig erfreuliche Geschäftsentwicklung für das globale Musikgeschäft.

Der Downloadboom verflacht und bei den Marktforschern macht sich zunehmend nüchterne Realität breit: Nach Pali Research prognostizieren nun auch Merrill Lynch und Enders Analysis eine wenig erfreuliche Geschäftsentwicklung für das globale Musikgeschäft.

Enders rechnet aktuell mit zwei weiteren Jahren der Umsatzrückgänge. Im Jahr 2009 werde die Branche weltweit nur noch 23 Milliarden Dollar umsetzen – das seien 16 Prozent weniger als im Jahr 2006 und fast nur noch die Hälfte der 45 Milliarden Dollar aus dem Jahr 1997. Der Downloadsektor werde zwar der Wachstumsgarant der Musikindustrie bleiben, der Absatzrückgang im Tonträgergeschäft die Zuwächse jedoch mehr als neutralisieren.

Ähnlich skeptisch zeigt sich auch Jessica Reif Cohen, die Medienexpertin von Merrill Lynch: „Der Musikmarkt scheint sich in die falsche Richtung zu entwickeln. Der schwache Jahresbeginn in den USA lässt ein weiteres Minusjahr erwarten.“ Das Wachstum im digitalen Bereich lasse nach, was eine völlig normale Entwicklung sei. Gleichzeitig beschleunige sich indes die Erosion im physischen Geschäft. Eine baldige Rückkehr in die Wachstumszone sei daher eher unwahrscheinlich, so Reif Cohen.

Die Analystin rechnet für das laufende Jahr mit einem weltweiten Umsatzeinbruch um zwei bis drei Prozent. Und auch für 2008 sieht man bei Merrill Lynch keine Besserung. Diese aktuelle Prognose ist eine deutliche Kehrtwende im Vergleich zu den letzten Markteinschätzungen von Merrill Lynch – bis vor Kurzem hatte die US-Investmentbank noch mit einem zweiprozentigen Wachstum gerechnet. Doch angesichts der Zahlen des ersten Quartals im US-Markt und den Frühindikatoren in anderen führenden Märkten bezeichnet Reif Cohen ihre jüngste Prognose als „möglicherweise noch optimistisch“.

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