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Amerikanische Radiobranche kämpft mit rückläufigen Werbeumsätzen

Der US-Radiomarkt bleibt schwierig. Während Branchenschwergewichte wie Clear Channel, CBS und Cox ihre Bilanzzahlen im zweiten Quartal leicht steigern konnten, kämpfen Sender wie Citadel oder Radio One mit schrumpfenden Werbeeinnahmen. Dafür legen spanische und christliche Sender zu.

Der US-Radiomarkt steckt weiter in Schwierigkeiten. Während Branchenschwergewichte wie Clear Channel, CBS Corp. und Cox Radio ihre Bilanzzahlen im zweiten Quartal leicht steigern konnten, kämpfen Sender wie Citadel Broadcasting oder Radio One mit schrumpfenden Werbeeinnahmen. Dafür legen spanischsprachige und christliche Sender zu.

Die Sendegruppe SBS, die ausschließlich für den spanischsprachigen Markt in den USA arbeitet, setzte zuletzt neun Prozent mehr um und verwandelte den Vorjahresverlust von 2,2 Mio. Dollar in einen Quartalsgewinn von 14 Mio. Dollar.

Ähnlich erging es auch der Firma Salem Communications, die Programme für Familien und Christen sendet: Die Gewinne konnten auf 11,6 Mio. Dollar nahezu verdoppelt werden, während der Umsatz um 8,8 Prozent auf 58,1 Mio. Dollar anstieg.

Weniger gut lief es dafür bei Citadel, wo trotz eines leichten, 2,4-prozentigen Umsatzanstiegs aus einem satten Gewinn im Vorjahresquartal nun ein Verlust von 74,8 Mio. Dollar wurde. Eine vergleichbare Entwicklung ist bei Radio One zu beobachten: Während der Umsatz um vier Prozent auf 97,8 Mio. Dollar sank, implodierten die Gewinne um 59 Prozent auf nur noch 8,1 Mio. Dollar.

Ein insgesamt schwacher und anhaltend rückläufiger Werbemarkt gilt als Hauptursache für die fiskalischen Turbulenzen der kleineren und mittleren Broadcaster.

Dagegen trotzen die großen Sendergruppen zum Teil noch der aufkeimenden Krise im Radiogeschäft. Cox Radio konnte dank massiver Kostensenkungen seine Gewinne im zweiten Quartal um fast 25 Prozent auf 25,7 Mio. Dollar steigern, obwohl die Umsätze um ein knappes Prozent auf 117,2 Mio. Dollar sanken. Bei CBS Radio sanken die Einnahmen sogar um acht Prozent auf 519,1 Mio. Dollar, dennoch konnte CBS in der Mischkalkulation zusammen mit seinem TV-Geschäft die Gewinne leicht steigern.

Richtig überzeugen konnte in den drei Monaten bis zum 30. Juni allerdings nur Branchenprimus Clear Channel. Die Sendergruppe mit über 1200 Stationen steigerte ihre Umsätze um sechs Prozent auf über 983 Mio. Dollar. Auch der operative Gewinn kletterte um sechs Prozent auf mehr als 401 Mio. Dollar. Doch insgesamt musste auch der Clear-Channel-Konzern Federn lassen und im zweiten Quartal einen zehnprozentigen Gewinneinbruch verkraften.

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