Die Ergebnisse für das vierte Quartal beim E-Tailer Amazon rissen die Experten nicht vom Hocker. Zwar stiegen die Umsätze in den drei Monaten bis zum 31. Dezember um 17,3 Prozent auf 2,98 Mrd. Dollar, doch dafür sank auch der Nettogewinn um 42,6 Prozent auf 199 Mio. Dollar. Im Vergleichsquartal 2004 lag der Gewinn noch bei 347 Mio. Dollar – damals schlug allerdings auch eine einmalige Steuergutschrift von 239 Mio. Dollar bilanzschönend zu Buche. Die Umsätze außerhalb der USA beliefen sich auf 1,29 Mrd. Dollar und lagen damit um 13 Prozent höher als vor einem Jahr.
Die Amazon-Filialen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan und China tragen inzwischen 45 Prozent zum Gesamtumsatz des Händlers bei. Die Produktkategorie Media, zu der u.a. CDs, Bücher und DVDs zählen, legte beim Umsatz um 11,2 Prozent auf 1,998 Mrd. Dollar zu. Über die Gewinnentwicklung in dieser Sparte machte Amazon keine Angaben.
Für das gesamte Jahr 2005 bilanzierte Amazon Umsätze in Höhe von 8,49 Mrd. Dollar – ein Plus von 23 Prozent. Gleichzeitig schrumpfte allerdings der Nettogewinn um 39 Prozent auf 359 Mio. Dollar. Analysten machen für diese deutlich verschlechterte Marge vor allem ein umsatzförderndes aber teures Marketingprogramm verantwortlich: Vor genau einem Jahr rief Amazon sein Versandkonzept Amazon Prime ins Leben. Es garantiert US-Kunden bei einer einmaligen jährlichen Zahlung von 79 Dollar den kostenlosen Versand aller Waren innerhalb von zwei Tagen.
Dieses Angebot würde zwar viele zusätzliche Käufer anlocken, sich unterm Strich aber noch nicht rechnen, sagen Beobachter. Zudem hätten auch die Webshops von Handelsketten wie Wal-Mart oder Target den Ergebnissen von Amazon zugesetzt. Die durchwachsene Bilanz verfehlte dann auch an der Börse ihre Wirkung nicht: Im nachbörslichen Handel sank der Wert der Amazon-Aktie bis auf 39,22 Dollar – ein Tagesverlust von 8,24 Prozent.





