Der Versuch des P2P-Vertriebs Altnet, sich per Aufteilung der Werbeerlöse mehr Rückendeckung aus der Musikindustrie zu sichern, scheint gescheitert. Vor wenigen Tagen hatte die Firma bekannt gegeben, dass man die Werbeeinnahmen künftig anteilig mit den Lizenzgebern teilen will. Universal Music plant bereits Rechtsmittel gegen die US-Partner von KaZaA und will verhindern, dass diese Gelder ausbezahlt werden.
Altnet ist ein Tochterunternehmen der Brilliant Digital Entertainment (BDE) und nutzt mit dem FastTrack-Netz dieselbe Filesharing-Technologie wie KaZaA. Allerdings positioniert sich die Firma seit Monaten als legaler Filesharingvertrieb. Altnet hat mit verschiedenen amerikanischen Independentlabels wie z.B. Koch, V2, Artemis, Epitaph/Anti oder Side One Dummy Vertriebsdeals abgeschlossen. Die überwiegende Mehrheit des über Altnet getauschten Materials ist indes von den Urhebern nicht zum Tausch freigegeben. Zudem unterhalten BDE und Altnet mit dem KaZaA-Vertrieb Sharman Networks seit Jahren Gegenseitigkeitsabkommen. Alle drei Firmen sind in Australien in den derzeit ruhenden Prozess gegen KaZaA verwickelt. Bevor dieser am 22. März wieder aufgenommen wird, versuchen die Betreiber von Altnet und KaZaA offenbar, ihre privaten Besitztümer vor dem Kadi in Sicherheit zu bringen.
Wie erst jetzt bekannt wurde, hat Altnet/BDE-CEO Kevin Bermeister die Hälfte seines mehrere Millionen teuren Anwesens in der Hafengegend von Sydney an seine Frau überschrieben. Gleichzeitig hat Nikki Hemming, die Chefin von Sharman Networks, ihre Luxusvilla in Sydneys Stadtteil Castle Cove für 2,1 Mio. australische Dollar (1,25 Mio. Euro) an ihren Buchhalter John Meyers verkauft.





