Die internationale Musikbranche setzt dem russischen Downloadhändler AllOfMP3.com immer mehr zu, doch der rechtlich umstrittene Anbieter zieht immer wieder neue Trümpfe aus dem Ärmel. Nachdem die Kreditkartenfirma Visa nun Zahlungen an die Russen sperrte, setzt AllOfMP3.com auf ein werbefinanziertes Kostenlosmodell. Visa hat die Zusammenarbeit mit dem Onlineverkäufer wegen der ungelösten Urheberrechtssituation beendet.
Doch der Wegfall einer Bezahlmöglichkeit irritierte den Discountanbieter nicht lange. Statt Cent-Beträge für seine Downloads zu verlangen, will AllOfMP3.com seine Ware künftig sogar verschenken. Die Zeche sollen dann die Werbepartner bezahlen. Die Kunden müssen lediglich die neue AllOfMP3.com-Software Music For The Masses auf ihren Rechnern installieren. Die kostenlosen Downloads können nur auf einem Computer abgespielt und nicht auf Drittgeräte übertragen werden. Wer weiterhin seinen MP3-Player mit den Dateien füllen will, muss für die Musik bezahlen.
Erst am 17. Oktober hatte die AllOfMP3.com-Betreiberfirma MediaServices im Rahmen einer Pressekonferenz klargestellt, dass man unter russischem Recht völlig legal operiere. Nach eigenen Angaben verfügt der Downloadshop über mehr als fünf Mio. zahlende Kunden und einen Katalog von mehreren Hunderttausend Alben. In Verruf kam das Unternehmen, das bereits seit sechs Jahren existiert, weil es nach Ansicht nahezu aller Branchenexperten Musik ohne die nötigen Lizenzen zu Dumpingpreisen verkauft.





