Mit dem vor Kurzem unterzeichneten bilateralen Abkommen zwischen Russland und den USA, das den Weg für einen WTO-Beitritt Russlands frei macht, scheint das Ende von AllOfMP3.com besiegelt. Doch die Betreiberfirma Mediaservices bleibt hartnäckig.
Geschäftsführer Vadim Mamotin beharrt auch weiterhin darauf, dass der Downloaddienst legal ist. Die von Moskau versprochenen Gesetzesänderungen dürften dies bis spätestens Mitte nächsten Jahres ändern. Doch Mamotin hält die Einmischung der US-Regierung und der Musikindustrieverbände in russische Binnenhandelsfragen für ungerechtfertigt. Dass RIAA-Chef Mitch Bainwol AllOfMP3.com als Piratensite deklariert, sei „grotesk“. Es sei „offensichtlich, dass Bainwol die Website absichtlich falsch darstellt und Dienste, die Abgaben an Urheberrechtsgesellschaften abführen, als Diebe bezeichnet“.
Auch wenn die RIAA gerne dafür sorgen würde, dass US-Recht auch in Russland zur Anwendung kommt, sei die Illegalität von AllOfMP3.com in den Vereinigten Staaten nicht eindeutig erwiesen. Mediaservices habe sich über die Rechtslage in den USA erkundigt und gehe davon aus, dass auch Amerikaner beim Downloadkauf über AllOfMP3.com gegen keine Gesetze verstoßen würden. „Wenn die RIAA ihre Hausaufgaben gemacht hätte, hätte sie feststellen können, dass es auch unter US-Recht keine legale Handhabe gegen AllOfMP3.com gibt“, so Mamotin selbstbewusst.
Unabhängig davon, wie korrekt die Aussagen der Russen sind, haben die dänischen Internetdienstleister derweil eine gemeinsame Linie gefunden: Die einstweilige Verfügung, die den Provider Tele2 dazu zwingt, seinen Kunden den Zugang zum russischen Downloaddiscounter zu verwehren, wird nicht angefochten. Neben Tele2 haben inzwischen auch TDC und Cybercity freiwillig die Verbindung zu AllOfMP3.com gekappt. Andere ISPs warten noch auf eine Aufforderung der IFPI.





