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Aggro Berlin weist Vorwürfe der Brothers Keepers zurück

Das Label Aggro Berlin stemmt sich gegen Vorwürfe aus den eigenen Reihen. Das Label sieht sich und seinen Rapper B-Tight durch eine Unterschriftenaktion der Brothers Keepers „gegen Rassismus und Sexismus im deutschen HipHop“ in ein falsches Licht gerückt.

Das Label Aggro Berlin stemmt sich gegen Vorwürfe aus den eigenen Reihen. Das Label sieht sich und seinen Rapper B-Tight durch eine Unterschriftenaktion der Brothers Keepers „gegen Rassismus und Sexismus im deutschen HipHop“ in ein falsches Licht gerückt.

Der Verein Brothers Keepers hat am 2. Juli eine Erklärung veröffentlicht, die sich gegen Rassismus, Gewalt und Frauenfeindlichkeit im deutschen HipHop richten soll: „Kommerziell erfolgreicher deutscher HipHop zeichnet sich immer mehr durch rassistische, Gewalt verherrlichende und obszön-frauenfeindliche Inhalte aus“, beklagt Adé Bantu, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Brothers Keepers und Initiator des gleichnamigen Musikprojekts.

Explizit erwähnt werden im Rahmen der Aktion auch die Aggro-Künstler Sido und Fler sowie B-Tight und dessen Album „Neger Neger“: „Sowohl der Albumtitel als auch B-Tights sexistisch-pornografische Liedtexte und die flankierende Werbekampagne sind für die Aktivisten von Brothers Keepers nicht hinnehmbar“, heißt es in der Erklärung, der sich etliche prominente Kulturarbeiter und Politiker als Unterstützer angeschlossen haben. Speziell das Wort „Neger“ stelle für die Mitglieder des Vereins eine „rassistische“ Beleidigung“ dar.

„Aggro Berlin weist zum wiederholten Mal alle Vorwürfe, rassistisches Gedankengut kommerziell auszuwerten, entschieden zurück“, kommt nun die Reaktion aus Berlin. Brothers Keepers sei ein „aus gutem Grund gegründeter Verein“, aber man wundere sich, „warum ein einzelner Künstler am Pranger stehen soll für eine Debatte, bei der es doch um einen ‚gesamtgesellschaftlichen Diskurs‘ gehen soll“. Zudem vertrete Aggro Berlin „Künstler und Angestellte unterschiedlicher Herkunft“, alle Vorwürfe in Richtung Rassismus würden daher einer Grundlage entbehren.

Auf prominente Unterstützung stieß die Aktion der Brothers Keepers dagegen unter anderem bei Smudo von den Fantastischen Vier, dem Publizisten Roger Willemsen, der Grünen-Bundestagsabgeordneten Marieluise Beck und der SPD-Kulturexpertin Monika Griefahn. Aggro Berlin kündigte unterdessen an, man wolle die Aggro-Produkte uneingeschränkt weiter promoten, zeigt sich aber gesprächsbereit: Man freue sich „auf neue inhaltliche Auseinandersetzungen.“

Eine Anzeige für das kritisierte Album des Berliner Rappers B-Tight auf dem Titelbild von MusikWoche 18/2007 hatte wegen ihres Motivs bereits im April bei vielen Lesern kontroverse Reaktionen ausgelöst und eine Diskussion in Gang gesetzt.

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