An der von Phil Cheesman (britischer Musikjounralist und Geschäftsführer Essence Records) und musikwoche.de-Redakteur Dietmar Schwenger moderierten Runde, die sich mit den Entwicklungen im Vinylmarkt beschäftigte, nahmen zudem der schwedische DJ und Produzent StoneBridge, Q-Vertriebsleiter Georg Roth und Frank Schreiner, Geschäftsführer des Stuttgarter Vinylvertriebs Music Mail, teil. Schreiner erklärte, dass Music Mail nicht mehr als zehn bis zwölf Titel pro Woche veröffentliche: „Mehr ist nicht sinnvoll“, so der Schwabe. In seinen Augen schrumpfe der Markt sich gesund. „In den vergangenen zwei Jahren gingen die Vinyl-Verkaufszahlen nach unten. Bei Schwerpunktveröffentlichungen um zehn Prozent, aber bei Durchschnittstiteln waren die Einbrüche dramatisch. Der Handel konzentriert sich nur noch auf die großen Namen. Eine ganze Menge Firmen werden vom Markt verschwinden“, prognostiziert Frank Schreiner.
Diese Theorie stieß auf Widerstand der Mitbewerber von Music Mail, wie dem Q-Vertrieb aus Willich. Q-Vertriebsleiter Roth machte die gesamtwirtschaftliche Situation in Europa für den Niedergang der Verkaufszahlen verantwortlich. „Mit Ausnahme der Schweiz geht der Vinylmarkt im Dance-Bereich überall zurück, aber die schlimmste Situation in Europa erleben wir derzeit in Deutschland.“ Das Überhandnehmen der kostenlosen DJ-Bemusterung durch Promotion-Agenturen, in dem Schreiner einen der Hauptgründe für den Rückgang sieht, habe es laut Roth vor fünf bis sieben Jahren auch schon in dem Ausmaß gegeben und könne nicht allein für die aktuelle Situation verantwortlich gemacht werden. Der Q-Mann schlug vor, in Zukunft noch stärker zu selektieren und noch mehr auf Qualität zu achten, während Frank Schreiner auf „Selbstreinigungskräfte“ des Markts setzt.
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