Die Musikwirtschaft Österreichs schloss das Jahr 2006 mit jeweils prozentual einstelligen Zuwächsen bei den Verkaufszahlen und Einbußen bei den Umsätzen ab. Im Digitalgeschäft ging es dagegen zweistellig aufwärts.
„Gemessen an verkauften Einheiten war der Musikkonsum in Österreich 2006 so hoch wie nie zuvor“, betonen Präsident Hannes Eder und Geschäftsführer Franz Medwenitsch im gemeinsamen Vorwort zum Jahresbericht 2006 der IFPI Austria. Die Absätze sind, inklusive der neuen Online- und Mobile-Musikverkäufe, um fünf Prozent gestiegen, der reine Digitalmarkt legte um 50 Prozent zu. Für 2007 rechnen die beiden mit weiteren Zuwächsen: „Vorsichtiger Optimismus ist durchaus angebracht. Digitale Musikangebote dringen in breitere Konsumentenschichten vor. Der Digitalmarkt kennt keine Beschränkung durch Regalflächen. Für den Backkatalog eröffnen sich neue Vertriebschancen. Und es könnte gut sein, dass 2007 die Zuwächse am Digitalmarkt erstmals die Rückgänge bei den CDs übersteigen und so auch der Gesamtmarkt wieder wächst.“ Angesichts der aktuellen DRM-Debatte wagen sich die beiden Verbandsvertreter zudem relativ weit vor und bezeichnen „eine sinnvolle Standardisierung bei den technischen Formaten“ als „überfällig“.
Im Jahr 2006 gaben die Musikkäufer in Österreich zu Endverbraucherpreisen 216 Mio. Euro für 22 Mio. Musikprodukte aller Formate aus. Im Jahr zuvor waren es noch 230 Mio. Euro für 21 Mio. Tonträger und Digitalformate – im Jahresvergleich ein Plus von fünf Prozent bei den Absätzen und ein Minus von sechs Prozent bei den Umsätzen. Auf den digitalen Bereich entfielen im Jahr 2006 rund 6,2 Mio. Verkäufe und 8,8 Mio. Euro, im Jahr zuvor waren es noch 4,2 Mio. Einheiten und 6,7 Mio. Euro.
Auf die Album-CD entfielen im vergangenen Jahr dennoch weiterhin 83,5 Prozent aller Umsätze, der Digitalmarkt steuerte mit 5,5 Prozent noch weniger bei als der Bereich Musik-DVD mit 7,5 Prozent. Singles rangierten bei nur noch drei Prozent, MCs und Vinyls zusammen bei 0,5 Prozent.
Nach Repertoireanteilen legte die Klassik von acht Prozent im Vorjahr um gleich zwei Prozentpunkte auf zuletzt zehn Prozent zu. Bei den Handelskanälen büßte der Fachhandel mit nur mehr acht Prozent Marktanteil einen weiteren Prozentpunkt ein. Onlineversender legten um einen Prozentpunkt auf acht Prozent zu. Die digitalen Kanäle wuchsen um zwei Punkte auf fünf Prozent. Dominiert wird das Geschäft in Österreich von den sogenannten Großbetriebsformen mit stabil 64 Prozent Marktanteil. Im Firmenranking lag Universal Music Austria mit einem Marktanteil von 38,2 Prozent vor Sony BMG Austria (24,3), EMI Music Austria (15,7), Warner Music Austria (10,4) und edel musica Vertriebs (3,7).






