Recorded & Publishing

15 Jahre Branchenberichterstattung: Konstante in Zeiten des Wandels

Seit 15 Jahren ist MusikWoche der Fels in der Brandung eines Wirtschaftszweigs, in dem seit langem steife Winde wehen. MusikWoche-Korrespondent Christian Höferle zeigt das Ausmaß der Veränderungen auf, denen sich die Musikbranche in den vergangenen 15 Jahren ausgesetzt sah.

Wer es sich leicht machen will, müsste eigentlich nur eine Zahl nennen, um diese anderthalb Jahrzehnte zu beschreiben: 35,5. Das ist der Prozentsatz, um den der deutsche Branchenumsatz seit MusikWoche-Gründung zurückgegangen ist. Doch natürlich beschreibt dies nicht einmal im Ansatz all die Veränderungen, die MusikWoche-Leser seitdem erlebt haben. Mein erster Arbeitstag in der Redaktion war der 15. Oktober 1996. Es war ein Dienstag. Damals kam dienstags – meist ab 17 Uhr – das Fax aus Baden-Baden. Es läutete den wichtigsten Teil der Arbeitswoche ein: die Produktion des Hefts, das damals am Mittwochabend in die Druckerei ging. Das lernte ich schnell. Und dass Arbeitszeiten bis Mitternacht bisweilen eben dazu gehören im Mediengeschäft. Überhaupt: Musikindustrie! Wie spannend. Nach der Arbeit zum Konzert, kostenlose CDs, Release-Parties, Gold-Verleihungen und all das. Es gibt beileibe ödere Möglichkeiten für den Start ins Berufsleben – und besser bezahlte. Wie so viele in dieser Branche war ich Quereinsteiger mit nicht-linearem Lebenslauf und landete eher durch Zufall bei MusikWoche. Und wie bei vielen anderen mit Musikjobs ermöglichte es der Zufall, eine persönliche Leidenschaft zum Beruf zu machen. Im Idealfall ist es genau das, was sich in den vergangenen 15 Jahren nicht verändert hat an diesem Wirtschaftszweig: Dass er bevölkert wird von Menschen, denen Musik mehr wert ist als der Tonträger oder das Speichermedium, auf dem sie verkauft wird. Allein schon deshalb war und ist MusikWoche von Anfang an ein Teil dieser Branche gewesen. Jeder, der die Redaktion in den letzten 15 Jahren erlebt hat, wird dies bestätigen können. Die Geschäftsführer der alten Schule aus den 90er-Jahren ebenso wie die jüngere Garde, die heute die Geschicke der Firmen leitet.

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